Ausschuss für Umwelt und Technik tagt am Montag, 12. Oktober - Themen: Abfall, Naturschutzgroßprojekt Baar und Integrierte Leistellen
Am Montag, 12. Oktober tagt der Ausschuss für Umwelt und Technik des Schwarzwald-Baar-Kreises um 15 Uhr im Großen Sitzungssaal des Landratsamtes in VS-Villingen. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem die Abfallbilanz 2025, die Abfallgebührenkalkulation für 2027 und der Bericht des Naturschutzgroßprojekts Baar zum aktuellen Stand sowie die Technische Vernetzung der Integrierten Leistellen in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg und Konstanz.
Abfallbilanz 2025: Schwarzwald-Baar-Kreis bleibt im guten Mittelfeld – Gebühren rund 20 Prozent unter dem Landesschnitt
Die am 4. August 2026 veröffentlichte Abfallbilanz des Umweltministeriums Baden-Württemberg für das Jahr 2025 bescheinigt dem Schwarzwald-Baar-Kreis insgesamt gute Ergebnisse. Das Aufkommen an Haus- und Sperrmüll sank um 1,8 Prozent auf 28.805 Tonnen beziehungsweise 135 Kilogramm je Einwohner und liegt damit knapp unter dem Landesschnitt von 136 Kilogramm.
Die Wertstoffmenge ging – vor allem wegen rückläufiger Papiermengen – um 3 Prozent auf 147 Kilogramm je Einwohner zurück, übertrifft den Landeswert von 125 Kilogramm aber weiterhin deutlich. Die Verwertungsquote beträgt 59 Prozent gegenüber 57 Prozent im Land.
Nachholbedarf besteht beim Biogut: Mit 47 Kilogramm je Einwohner bleibt der Kreis unter dem Landesschnitt von 55 Kilogramm und weit entfernt vom Zielwert des Abfallwirtschaftsplans von 80 Kilogramm für 2030. Die Verwaltung führt dies auf die ländliche Struktur mit vielen Eigenkompostierern zurück.
Abfallgebühren 2027: Nur geringe Mehrbelastung für die Haushalte
Weil der bisherige Kalkulationszeitraum ausläuft, hat die Kreisverwaltung die Abfallgebühren im Schwarzwald-Baar-Kreis zum 1. Januar 2027 neu berechnet. Das bewährte System aus Haushalts- und Gefäßtarif bleibt bestehen, die über die Gebühren zu deckenden Kosten steigen mit 21,36 Millionen Euro nur um 0,9 Prozent – nach einem Plus von 8,1 Prozent im Vorjahr.
Höheren Aufwendungen für Einsammlung, Transport und Biomüllverwertung stehen geringere zentrale Kosten sowie niedrigere Restmüll-Entsorgungskosten gegenüber.
Um die Nutzung der Biotonne zu fördern, bleibt deren Behältergebühr für Haushalte unverändert. Für einen Vier-Personen-Haushalt mit 120-Liter-Restmülltonne und vierwöchentlicher Leerung bedeutet das ein Plus von 3,30 Euro oder 2 Prozent im Jahr. Gewerbebetriebe zahlen rund 5,2 Prozent mehr. Deutlicher steigen die Selbstanliefergebühren für Hausmüll, Sperrmüll, Grüngut, Altholz und Bauschutt, während Altreifen etwas günstiger werden.
Naturschutzgroßprojekt Baar: Folgemanagement in Vorbereitung
Seit Mai 2018 läuft das Naturschutzgroßprojekt Baar in der Umsetzungsphase. Das Projekt hat zum Ziel den Arten- und Biotopschutz, Biotopverbund sowie Klimaschutz zu stärken. 2025 wurden in 15 Fördergebieten Maßnahmen des Biotopmanagements im Umfang von rund 393.000 Euro umgesetzt – darunter das Freistellen von Magerrasen, Mahd, die Anlage von Amphibientümpeln, Waldumbau und Streuobstverjüngung. Hinzu kamen der Vertragsnaturschutz auf rund 402 Hektar und der Erwerb von 2,9 Hektar Fläche.
Sichtbare Fortschritte gibt es bei den Leuchtturmprojekten: Der neue Rundwegabschnitt in der Wilden Wutachschlucht ist fertiggestellt, die Flachwasserzonen an den Riedseen sind in der Vergabe und auf der Wasserbüffelweide am Michelbrunnengraben weiden seit April 2026 drei Tiere samt einem im Mai geborenen Kalb.
Für die Zeit nach Projektende zum 30. April 2028 ist der Landkreis als Projektträger verpflichtet, die Ziele dauerhaft zu sichern. Die Verwaltung schlägt vor, das Folgemanagement dem Landschaftserhaltungsverband Schwarzwald-Baar-Kreis zu übertragen.
Leitstellenverbund: Kreis plant 2,7 Millionen Euro für Technikerneuerung
Die Integrierten Leitstellen der Landkreise Schwarzwald-Baar, Rottweil, Tuttlingen und Konstanz sollen technisch vernetzt werden. Nachdem die Leitstelle Konstanz inzwischen ebenfalls in den Verbund aufgenommen wurde, steht nun die gemeinsame Vergabe der notwendigen Technik an. Ein Vorhaben, das durch ein Visionspapier der Verbände und die neu gefasste Rettungsdienstplanverordnung des Landes zusätzlich Rückenwind erhält. Voraussetzung für den Verbund ist eine einheitliche Leitstellentechnik, die für alle vier Standorte gemeinsam ausgeschrieben, aber zeitlich gestaffelt abgerufen wird. Den Takt gibt die Leitstelle Rottweil vor, die 2028 im Zuge eines Neubaus erneuert wird.
Im Schwarzwald-Baar-Kreis steht der Austausch 2029 an, weshalb die Verwaltung dem Ausschuss empfiehlt, im Haushalt 2027 eine Verpflichtungsermächtigung über 2,7 Millionen Euro – 1,2 Millionen Euro für das Kommunikationsmanagementsystem und 1,5 Millionen Euro für die Hardware – zu veranschlagen.
Weitere Infos sowie die Unterlagen zur Sitzung gibt es unter: https://session.lrasbk.de/bi/info.asp