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03.08.2026

Drei Höfe, drei Konzepte: Kreislehrfahrt bringt mehr als 120 Interessierte zusammen

Gut besucht und informativ: Die Kreislehrfahrt des Landwirtschaftsamts des Landratsamtes Schwarzwald-Baar-Kreis und des Vereins für Fortbildung in der Landwirtschaft zog Betriebsleiter, Landwirtinnen und Landwirte sowie Interessierte aus der Region an. Dr. Manuel Krawutschke, stellvertretender Leiter des Landwirtschaftsamtes begrüßte die Teilnehmenden zum Auftakt auf dem „Hummelhof“ in VS-Obereschach. Dort präsentierten Jürgen, Tamara und Johannes Hummel ihre drei Legehennen-Mobilställe mit Freilandhaltung für 1.500 Tiere und berichteten über ihren erfolgreichen Ausbau der Direktvermarktung seit 2022. Die Tiere können frei zwischen Stall mit Fütterungs-, Tränke- und Legeeinrichtung, Scharraum und Freiland wählen. „Man muss jedes Ei in die Hand nehmen“, erläuterte Tamara Hummel und wies darauf hin, dass Direktvermarktung zwar Wertschöpfung bringt, aber auch viel Arbeit bedeutet.

Hans-Martin Schwarz, Berater vom Landwirtschaftsamt, verwies auf aktuelle Fördermöglichkeiten für Geflügelställe und bezeichnete die Haltungsform als sinnvolle Diversifizierungsoption für Betriebe, für die es arbeitswirtschaftlich leistbar ist.

Auf dem zweiten Betrieb der Familie Martin Hils in Königsfeld-Buchenberg zeigte sich, wie moderne Rinderhaltung auch auf begrenzter Fläche funktionieren kann. Der Schwarzwald-Betrieb hat seine Mastrinder und Mutterkuhhaltung auf den neusten Stand gebracht. Da der Betrieb nur gut 21 Hektar Grünland bewirtschaftet, musste der Bestand mit 32 Mastochsen und Mastrindern sowie sieben Mutterkühen an die Fläche angepasst werden. Ein freistehender Laufstall mit Tief- und Hochboxen, Schieberentmistung und optimierter Lüftung wurde als kosteneffiziente Lösung vorgestellt. Rund 8.000 Euro netto pro Tierplatz – das Ergebnis gezielter Eigenleistung beim Bau.

Als dritten und letzten Betrieb ging es mit der Linhard-Flaig GbR in Mönchweiler weiter. Mehr als 120 Personen informierten sich über den Umbau des Laufstalls für 110 Kühe, den Einbau von Melkrobotern und moderne Entmistungs- sowie Gülletechnik. Der Milchviehlaufstall wurde 2024 und 2025 umgebaut. Die Inhaber berichteten von der schrittweisen Umstellung auf ökologische Bewirtschaftung, mit dem Ziel über bessere Vermarktung höhere Preise zu erzielen. Heute erzielt der Betrieb rund 10.000 Kilogramm Ökomilch pro Kuh und Jahr.

Die Betriebsleiter erläuterten, wie es zu der Umstellung als ökologisch wirtschaftender Betrieb kam: Tochter Sophia kam bei einem Auslandspraktikum im Rahmen ihres Studiums auf einem Milchviehbetrieb in Neuseeland zu der Erkenntnis, dass bei den Produktionsbedingungen in Deutschland im Vergleich zu der kostengünstigen Milchproduktion in Neuseeland kaum kostendeckend und rentabel konventionelle Milch erzeugt werden kann. Dies sei aber mit einer ökologischen Wirtschaftsweise, mit der beim Verbraucher höhere Preise umgesetzt werden können, möglich.

So wurde der Betrieb – trotz vorhandener Biogasanlage – sukzessive zu Bioland-Bedingungen umgestellt. Weiter betreibt die GbR eine Direktvermarktung mit Automaten und Verkaufshaus. Aus Zeitgründen kann die gut funktionierende Vermarktung derzeit aber nicht ausgebaut werden.

Im Anschluss bot die Landwirtschaftsverwaltung Infos zu Investitionsförderung und praktischen Umsetzungsfragen an. Fazit der Kreislehrfahrt: Ob Geflügel mit Direktvermarktung, moderner Laufstall oder Umstellung auf Ökolandbau – die Bandbreite an Lösungsansätzen ist groß. Die Verwaltung sieht sich als Unterstützer bei der Umsetzung: „Wir wollen Ermöglicher, nicht Verhinderer sein“, sagte Berater Hans-Martin Schwarz. Dabei wolle die Landwirtschaftsverwaltung die Betriebsleiterfamilien aktiv unterstützen.