Eine Stelle - zwei Jubiläen: Tag der offenen Tür der BEKJ
Die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche (BEKJ) feiert ihr 50-jähriges Bestehen – gleichzeitig hat die Interdisziplinäre Frühförderstelle (IFF) ihr 20-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass gab es bei den beiden Einrichtungen des Landratsamtes Schwarzwald-Baar-Kreis einen Tag der offenen Tür.
Landrat Sven Hinterseh zeigte sich bei der Eröffnung der Veranstaltung stolz auf die beiden Einrichtungen: „Die BEKJ verfügt über fundierte Kompetenz in zahlreichen familiären Problemlagen und ist oft erste Anlaufstelle in akuten Krisensituationen. Und die IFF veranschaulicht deutlich, welchen Unterschied frühzeitige Intervention und eine ganzheitliche Förderung für die Entwicklung von Kindern machen können“, so Landrat Sven Hinterseh. „Ich bin froh und dankbar, dass wir beide Einrichtungen mit einem solch engagierten Team bei uns im Landkreis haben.“
Daniel Mielenz, Leiter der BEKJ blickte auf die Geschichte der Einrichtung zurück: „Bereits 1955 wurde die Erziehungsberatung in Villingen und Donaueschingen von nebenamtlichen Mitarbeitern der Kinderabteilung der Uniklinik Freiburg durchgeführt. Das war der Grundstein für die heutige Arbeit.“ Der Aufwand dieser Arbeit war jedoch so groß, dass das Angebot 1972 in Donaueschingen eingestellt werden musste. Eine Landesförderung zur Einrichtung einer hauptamtlich besetzten Erziehungsberatungsstelle machte es dem Schwarzwald-Baar-Kreis möglich, die Einrichtung ins Leben zu rufen. Erster Leiter der Erziehungsberatungsstelle war Roland Stieber. Er war über 30 Jahre lang in dieser Funktion tätig. Am 1. Februar 1976 nahm die Erziehungsberatungsstelle in Villingen-Schwenningen mit einem Team aus vier hauptamtlichen Fachkräften ihre Arbeit in der Herdstraße in VS-Villingen auf.
„Schon im ersten Jahr des Bestehens wurden 250 Anmeldungen verzeichnet“, blickte Daniel Mielenz auf die Anfänge zurück. „Das war schon ein deutliches Zeichen für den großen Bedarf an Beratung und Unterstützung.“ 1978 wurden die Außenstellen in Donaueschingen und Furtwangen eröffnet. Dadurch war es gerade in den ländlichen Gebieten des Landkreises besser möglich, das Angebot zugänglich zu machen.
1980 erhielt die Stelle die Bezeichnung „Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche“. Die Aufgaben der BEKJ waren vielseitig. Von Beginn an war die Jugend- und Drogenberatung Teil der BEKJ. 1993 ging diese Aufgabe an den baden-württembergischen Landesverband für Prävention und Rehabilitation. Die Schulpsychologische Beratungsstelle war von 2005 bis 2008 bei der BEKJ. Sie ging wieder in die Trägerschaft des Landes über. Die „Frühen Hilfen“ waren von 2008 bis 2016 Bestandteil der BEKJ. Heute übernimmt hierfür das Kreisjugendamt die Verantwortung.
Ein wichtiger Meilenstein für die BEKJ war der Aufbau der Interdisziplinären Frühförderstelle (IFF) innerhalb der BEKJ. Seit 2016 kann Familien von Kindern mit einer (drohenden) Entwicklungsverzögerung und / oder einer Behinderung im Vorschulalter Frühförderung im Rahmen der Komplexleistungen angeboten werden. „Die Schaffung der IFF und die Umsetzung der Komplexleistung hat das Angebot der BEKJ wesentlich erweitert und ermöglicht es, Kinder und Familien noch früher, umfassender und in entscheidenden Entwicklungsphasen pädagogisch und medizinisch-therapeutisch zu unterstützen“, so Daniel Mielenz. 2016 bezog die BEKJ ihre heutigen Räume im ehemaligen Krankenhaus in der Herdstraße in VS-Villingen.
Im Laufe der Jahrzehnte hat sich das Team der BEKJ immer weiter zu einem breit aufgestellten Team entwickelt, welches interdisziplinär zusammengesetzt ist und Grundqualifikationen aus den Bereichen Psychologie, Sozialpädagogik, Gesundheits- und Sonderpädagogik, Erziehungswissenschaft, Heilpädagogik, Logopädie und Physiotherapie mitbringt.
Die Aufgabe ist es weiterhin, Familien zu beraten: zu reinen Entwicklungs- und Erziehungsfragen, Schulproblemen, Verhaltensauffälligkeiten, familiären Konflikten, zu Trennung und Scheidung, Ängsten bis hin zu schweren psychischen Belastungen.
Weitere Infos gib es unter: www.Lrasbk.de/BEKJ