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17.04.2026

Start der »Wilden Weide Michelbrunnengraben« Drei neue tierische Landschaftspfleger in Pfohren

Rund 50 Personen folgten der Einladung des Naturschutzgroßprojektes Baar am vergangenen Mittwoch (15. April), um beim Auftrieb der Wasserbüffel in Donaueschingen-Pfohren dabei zu sein.

Drei Wasserbüffel sind im Michelbrunnengraben für den Naturschutz im Einsatz. Durch die Tiere wird die rund 16 Hektar große Fläche gestaltet. Sie werden unterschiedliche Vegetationsbereiche, Kleinstgewässer, offene Wasserflächen mit und ohne Bewuchs schaffen und somit die Lebensräume für Vögel, Amphibien- und Libellenarten verbessern. Dabei ist das landesweit stark gefährdete Braunkehlchen als Zielart besonders wichtig. Dieses wird von der Beweidung profitieren. Auch der Dung der Tiere, auf und in dem sich eine Vielzahl von Insekten entwickeln werden, hilft den Bodenbrütern. Die Wasserbüffel sollen lange auf der Fläche verbleiben. Sie sollen möglichst schon im März kommen und erst im Oktober oder sogar November von der Fläche genommen werden. Beides hängt allerdings von der Futter- und Wasserverfügbarkeit ab. Insbesondere Wasser ist bei Minusgraden ein kritisches Thema.

Ortsvorsteher Gerhard Feucht und der Erste Landesbeamte des Landratsamtes Schwarzwald-Baar-Kreis, Dr. Martin Seuffert dankten allen Beteiligten, die das Projekt „Wilde Weide Michelbrunnengraben“ ermöglichten. Hervorgehoben wurde die gute Kooperation zwischen dem Regierungspräsidium Freiburg, der Stadt Donaueschingen, den beteiligten Ämtern der Kreisverwaltung, den Fachplanern und dem ehrenamtlichen Naturschutz, ohne die ein solches Projekt nicht umsetzbar ist. Projektleiter Thomas Kring berichtete über den dreijährigen Entstehungsprozess des Projektes, das im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes Baar umgesetzt wurde. Markus Handschuh (Naturnahe Weidelandschaften e.V.) ging auf die Besonderheiten einer solchen naturnahen Beweidung ein.


Hintergrundinfos zum Naturschutzgroßprojekt Baar

Aufgabe von Naturschutzgroßprojekten ist es, besonders schützenswerten Tieren und Pflanzen ihren Lebensraum zu sichern und ihnen die Möglichkeit zu schaffen, sich besser auszubreiten. Das Naturschutzgroßprojekt Baar ist eines von aktuell rund 20 geförderten NGPs in Deutschland. Es sind Natur- und Kulturlandschaften, die sowohl national als auch international extrem wertvoll für den Naturschutz sind.

Das NGP Baar betreut 17 Fördergebiete – von Königsfeld im Norden bis Blumberg im Süden und Geisingen im Osten. Es sorgt dafür, dass Lebensräume erhalten und aufgewertet werden. Ebenso, dass Tiere von einer Fläche zur nächsten wandern können. Das ermöglicht ihnen neue Biotope zu besiedeln, was angesichts des Klimawandels extrem wichtig ist.

Gestartet ist das NGP Baar im Jahr 2013. Bis 2017 war die Planungsphase, in welcher mit dem Pflege- und Entwicklungsplan die Grundlage für die zehnjährige Umsetzungsphase gelegt wurde. Der Sitz der Geschäftsstelle des NGP Baar befindet sich im Umweltzentrum auf der Möglingshöhe in VS-Schwenningen.

Bilder: © Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis