Seiteninhalt

Integrierte Leitstelle

Der Schwarzwald-Baar-Kreis betreibt gemeinsam mit der DRK Rettungsdienst Schwarzwald-Baar gGmbH die Integrierte Leitstelle. Diese stellt die Annahme von Notrufen und die Alarmierung der Einsatzeinheiten sicher.

Egal ob medizinischer Notfall, Brand oder Unfall - über die europaweite Notrufnummer 112 können Sie jederzeit Hilfe herbeirufen. Die Disponenten auf der Leitstelle erfragen dazu alle notwendigen Informationen. Vielen dürften hierzu noch die "fünf W´s" bekannt sein. Im Zuge der Vereinfachung für den Anrufer wurde diese Vorgehensweise allerdings geändert und durch die 2-W-Regel ersetzt. Bei Ihrer Notruf-Meldung sollten Sie deshalb folgende beiden Punkte beachten:

        • Wo ist das Ereignis?
          Geben Sie den genauen Ort des Ereignisses an, z. B. Stadtteil, Straße, Hausnummer,  Stockwerk, Besonderheiten wie Hinterhöfe, Straßentyp, Fahrtrichtung und Kilometerangaben an Straßen, Bahnlinien oder Flüssen. 
        • Warten Sie auf Rückfragen! Alle weiteren Fragen werden durch den Disponenten gestellt.
          Legen Sie erst auf, wenn das Gespräch durch die Leistelle beendet wurde.

So können dann sofort alle erforderlichen Maßnahmen eingeleitet werden.

Für Hör- uns Sprachgeschädigte besteht die Möglichkeit, alternativ ein Notfallfax an die Notrufnummer 112 zu senden. Der hierzu entwickelte Vordruck steht unter dem nachfolgenden Link zum Download bereit: 
https://im.baden-wuerttemberg.de/Notfall_-_Fax_112.pdf

Nicht verwechselt werden darf die Notrufnummer 112 mit der »Ärzte-Hotline«

Haben Sie Beschwerden, mit welchen Sie normalerweise einen niedergelassenen Arzt in der Praxis aufsuchen würden, aber die Behandlung aus medizinischen Gründen nicht bis zum nächsten Tag warten kann, ist der ärztliche Bereitschaftsdienst zuständig. Unter dieser bundeseinheitlichen Rufnummer 116 117 (ohne Vorwahl) können sich Anrufer in dringenden, aber nicht lebensbedrohlichen Fällen außerhalb der normalen Praxiszeiten an einen allgemeinmedizinischen Bereitschaftsarzt in ihrer Umgebung vermitteln lassen.
Die Rufnummer 116 117 gilt deutschlandweit und ist kostenlos aus den Fest- oder Mobilfunknetzen ohne Vorwahl erreichbar. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.116117info.de

Hör- und Sprachgeschädigte haben auch die Möglichkeit, sich per Fax an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst zu wenden. Hierzu steht der speziell entwickelten Vordruck zum Download zur Verfügung: https://Faxformular_fuer_Hoer-und_Sprachgeschaedigte.pdf

Weitere Infos:

Definition und Aufgaben einer Integrierten Leitstelle

Eine Leitstelle ist eine ständig mit Personal besetzte und mit Informations- und Kommunikationssystemen ausgestattete Einrichtung, die Notrufe entgegennimmt und unverzüglich Maßnahmen trifft, um Personal, Fahrzeuge und Geräte zu entsenden. Sie alarmiert, koordiniert und lenkt Einsatzkräfte und unterstützt die Einsatzleitung.

Sie erfüllt ihre Aufgaben technisch, organisatorisch und personell sowohl für die Feuerwehr als auch für den Rettungsdienst. Der Rettungsdienst umfasst hierbei sowohl die Notfallrettung als auch den Krankentransport, einschließlich der Berg-, Luft- und Wasserrettung. Die Leitstelle nimmt auch Aufgaben im Katastrophenschutz, Hausnotruf und den vertragsärztlichen Notdienst wahr. In einer Integrierten Leitstelle erledigt jeder Disponent alle anfallenden Aufgaben unter Nutzung einheitlicher Technik und nach gleichen Organisationsregeln.

Aufgaben

  • Annahme von Notrufen und Hilfeersuchen, zum Beispiel aus Notruf „112“, Krankentransportersuchen, Brandmeldeanlagen, Fernsprechanschlüssen, Direktleitungen, Hausnotruf
  • Beratung per Telefon für Sofortmaßnahmen bei medizinischen und allgemeinen Notfällen
  • Weiterleitung von polizeispezifischen Notrufen an das Lage- und Führungszentrum des Polizeipräsidiums Konstanz

Zuordnung der Einsatzkräfte und der zuständigen Stellen

  • Auswahl zum gemeldeten Ereignis zu alarmierenden Einheiten
  • Anwendung von Alarmplänen, Indikationskatalogen und Dispositionsstrategien

Alarmierung der Einsatzkräfte

  • Auswahl und Bedienung der optimalen Alarmierungseinrichtung für die festgelegte Einheiten, zum Beispiel Alarm über digitale Anlage Funkmeldeempfänger, Personenruf und Telefon
  • Alarmierung der Einsatzkräfte von Feuerwehr, Notfallrettung, Krankentransport und Katastrophenschutzdienst sowie rettungsdienstnaher Kräfte wie zum Beispiel Helfer vor Ort, Notfallnachsorge

Unterstützung der Einsatzleitung

  • Funktion als Führungsmittel der Einsatzleitung
  • Bereitstellung von Informationen, zum Beispiel über Anfahrten, Spezialobjekte, Gefahrgut/Gefahrstoffe, spezielle Einsatzmittel, einsatzbezogene Erkenntnisse
  • Vermittlung von Betten (Auswahl eines geeigneten Zielkrankenhauses)
  • Vermittlung von Spezialisten, zum Beispiel medizinisches Fachpersonal, TUIS
  • Herstellung und Aufrechterhaltung der Fernmeldeverbindungen zu allen Einsatzfahrzeugen
  • Überwachung des Funkverkehrs
  • Abfrage von Status- und Lagemeldungen
  • Abwicklung standardisierter Alarmierungsabläufe
  • Dokumentation des Einsatzgeschehens
  • Zusammenarbeit mit dem Landratsamt als Untere Katastrophenschutzbehörde, dem Polizeipräsidium und den Polizeirevieren und mit benachbarten Leitstellen und der Oberleitstelle Baden-Württemberg

Information anderer Stellen

  • Benachrichtigung von Polizei, Fachbehörden, Krankenhäusern und politischen Vertretern (zum Beispiel Landrat)
  • Information der zuständigen Katastrophenschutzbehörde
  • Benachrichtigung der Energieversorgungsunternehmen sowie anderer zuständiger Betriebe und Einrichtungen

Einsatzvorbereitende Maßnahmen

  • Führen eines Nachweises über die Aufnahme und Dienstbereitschaft der im Rettungsdienstbereich gelegenen Krankenhäuser (§ 29 Abs. 4 LKHG)
  • Führen von Übersichten über den vertragsärztlichen Notdienst, die dienstbereiten Apotheken, die Informationsstellen für Vergiftungen und Verbrennungen, die Blutspendenzentrale und die Druckkammern
  • Erstellen und Pflegen von Einsatzunterlagen (Datenbanken, Karteien) zum Beispiel Objekte, Straßensperrungen, Anfahrten, Einsatzmittel, Nachschub- und Ergänzungsmittel, Adressen, Telefonnummern, Bettennachweis
  • Praktische Aus- und Fortbildung des Leitstellenpersonals
  • Betreuung der Technik

Dokumentation

• Bedienung und Wartung der Dokumentationsanlage
• Protokollführung bei Einsätzen
• Erstellen von Berichten und Statistiken

Vermittlung und Übernahme von Dienstleistungen

  • Hausnotruf
  • Annahme und Weitergabe von Warnmeldungen über Hochwasser, Sturm und Unwetter

Geschichte und Entwicklung der Integrierten Leitstelle

1975 
Einrichtung der ersten zentralen DRK Rettungsleitstelle für den Schwarzwald-Baar-Kreis. Beginn der Rund-um-die-Uhr-Besetzung der Rettungsleitstelle.
Standort: VS-Villingen, Josefsgasse 12.

1980 
Einrichtung der ersten Feuerwehralarmierungszentrale für den Schwarzwald-Baar-Kreis im Raum der Rettungsleitstelle (VS-Villingen, Josefsgasse 12) mit Einführung des direkten Notrufes 112 aus den Telefon-Ortsnetzen Villingen und Schwenningen. Für die anderen Ortsnetze wurde der Notruf 112 über die Polizeireviere zur Leitstelle gelenkt (sogenannter unechter Notruf).

1991
Inbetriebnahme der gemeinsamen Rettungs- und Feuerwehrleitstelle für den Schwarzwald-Baar-Kreises im Obergeschoss in der Josefsgasse 12 (ehemaliger Ausbildungsraum des DRK-Ortsvereines Villingen)

November 1992
offizielle Einweihung der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle in der Josefsgasse 12. Zuvor hat am 15.01.1990 der Ausschuss für Umwelt, Technik und Gesundheit des Kreistages beschlossen, die technische Einrichtung der Feuerwehrleitstelle zu erneuern und den direkten Notruf für den gesamten Schwarzwald-Baar-Kreis einzuführen.
Zeitgleich hat der DRK Vorstand ebenfalls die technische Erneuerung der Rettungsleitstelle beschlossen.
Die Erfahrungen aus der Hochwasserkatastrophe im Februar 1990 führte zu einer Korrektur der technischen Ausstattung unter anderem wurde ein Arbeitsplatz für Großeinsätze und die EDV-Unterstützung eingeplant.

1999/2000
Inbetriebnahme der Integrierten Leitstelle für den Rettungsdienst und die Feuerwehren. Technische Umrüstung von vier Arbeitsplätzen für die Disponenten, damit von jedem Arbeitsplatz alle Aufgaben einer Integrierten Leitstelle erledigt werden konnte, verbunden mit der Integration eines neuen Einsatzleitsystems

Juni 2006
Inbetriebnahme der technischen Vernetzung mit der Leitstelle Rottweil (gegenseitige Notrufweiterschaltung)

März 2007
Inbetriebnahme der technischen Vernetzung mit der Leistelle Tuttlingen (einseitige Notrufweiterschaltung von Tuttlingen nach Villingen- Schwenningen)

2011
Inbetriebnahme einer neuen Funk- und Notrufannahme-Technik

2011
Beginn der Planung für den Neubau einer Integrierten Leitstelle (Beratung in den Gremien, Kostenschätzungen, Standortprüfungen, u. ä.)

2013
Grundsatzbeschluss des Kreistags über den Bau einer neuen ILS gemeinsam mit dem DRK am Standort "Klinikstraße", neben dem Luftrettungszentrum

November 2014
Spatenstich zum Neubau der Integrierten Leitstelle

Juli 2015
Richtfest

Januar 2017
Beginn des Schulungs- und Testbetriebs

21. Februar 2017
Umzug und Inbetriebnahme

02. März 2017
Einweihung der neuen Integrierten Leitstelle Schwarzwald-Baar-Kreis am Standort in der Klinikstraße