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Integrationsbeauftragte

Kinder integrieren sich © ROLAND SPRICH
Kinder integrieren sich © ROLAND SPRICH

Der Begriff Integration unterliegt vielseitigen Definitionen und Herangehensweisen. Nach den §§ 2 und 3 des Partizipations- und Integrationsgesetzes für Baden-Württemberg soll Integration eine gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens über soziale und ethnische Grenzen hinweg verwirklichen und auf diese Weise das friedliche Zusammenleben von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen sowie den Zusammenhalt der Gesellschaft sichern.

Erfolgreiche Integrationsarbeit setzt voraus, dass sie an zentraler Stelle systematisch geplant, gezielt gesteuert und koordiniert wird.

Die Integrationsbeauftragte im Schwarzwald-Baar-Kreis fungiert als zentrale Anlaufstelle für alle Fragen in der Flüchtlings- und Integrationsarbeit und für die strategische Koordination der kreisweiten Integrationsbemühungen. Sie gehört im Sozialdezernat der Stabstelle Sozialplanung an. Ihr sind die Aufgabenfelder der Bildungskoordination für Neuzugewanderte und das Integrationsmanagement zugeordnet. Neben der Beratung und Qualifizierung der agierenden Akteure gehört die Netzwerkarbeit und die Moderation des Arbeitskreises Bürgerschaftliches Engagement zu den Aufgaben.

Integrationsnetzwerke vor Ort

Integration findet ganz wesentlich vor Ort in den Kommunen statt. Gemäß den Handlungsleitlinien basierend auf dem Integrationskonzept des Schwarzwald-Baar-Kreises sind daher auch die Kommunen für die Integration ihrer Neuzugewanderten zuständig.

Einige Städte und Gemeinden haben Anlaufstellen für Geflüchtete und Migranten geschaffen, sogenannte kommunale Integrationsbeauftragte. Damit alle Akteure auf örtlicher und kreisweiter Ebene gut zusammenarbeiten, existieren themenspezifische Integrationsnetzwerke mit allen Akteuren in der Migrations- und Integrationsarbeit im Schwarzwald-Baar-Kreis, unter anderem sind zu nennen:

  • Netzwerk Migration
  • Netzwerk Sprach- und Integrationskursträger
  • Netzwerk Integrationszuständige der Gemeinden
  • Koordinierungsrunde Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe
  • Netzwerk Migrationsberatung
  • Netzwerk VAB(O)

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Integrationsmanagement für Geflüchtete

Für die Anschlussunterbringung vor Ort sind die Städte und Gemeinden zuständig. Im Rahmen des Pakts für Integration erhalten die Gemeinden zusätzliche Unterstützung bei der sozialen Einzelfallbetreuung geflüchteter Menschen in Anschlussunterbringung.

Integrationsmanager*innen unterstützen die Flüchtlinge in den Gemeinden für drei Jahre bei der Bewältigung besonderer Problemstellungen und Integrationsbedarfe. Im Rahmen einer Beratungs- und Lotsenfunktion sind die sozialen Fachkräfte des Landratsamtes für insgesamt 17 Kreiskommunen im Einsatz. Die Städte Villingen-Schwenningen, St. Georgen und die Gemeinde Königsfeld haben hierfür eigenes Personal eingestellt.

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Ehrenamt stärken

Ehrenamtliche in der Flüchtlings- und Integrationsarbeit leisten mit ihrem Engagement einen wertvollen Beitrag für ein gutes Miteinander, gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine gelingende Integrationsarbeit im Schwarzwald-Baar-Kreis.

Zur Unterstützung des Ehrenamtes in der Flüchtlingshilfe haben die Wohlfahrtsverbände, Kirchengemeinden und Kommunen im Landkreis teilweise eigene Anlaufstellen für freiwillig Engagierte und Helferkreise geschaffen. Zusammen mit der Integrationsbeauftragten sind diese im kreisweiten Netzwerk Ehrenamt aktiv und gestalten dort u. a. Qualifizierungsangebote und Austauschtreffen für Ehrenamtliche.

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Sprach- und Kulturmittlerdienst

Der Sprach- und Kulturmittlerdienst besteht als Kooperationsprojekt zwischen dem Amt für Jugend, Bildung, Integration und Sport der Stadt Villingen-Schwenningen und dem Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis seit dem Frühjahr 2016. Der Dienst verfolgt das Ziel bei Gemeinden und in öffentlichen Einrichtungen gute Rahmenbedingungen für die Beratung und Kommunikation mit Zugewanderten und Geflüchteten zu ermöglichen.

Derzeit sind rund 100 Ehrenamtliche im Sprach- und Kulturmittlerdienst aktiv und vertreten dabei über 50 verschiedene Sprachen. Sie verfügen über sichere Kenntnisse in Wort und Schrift sowohl in der deutschen als auch in mindestens einer weiteren Sprache. Für ihren zeitlichen Einsatz und entstandene Fahrtkosten erhalten die Sprach- und Kulturmittler eine Aufwandsentschädigung. Auf Ihr Engagement werden sie im Rahmen einer Grundlagenschulung vorbereitet und mit weiterführenden Schulungsangeboten und Supervision fachlich begleitet. Der Einsatz der Sprach- und Kulturmittler ist für die inanspruchnehmenden Institutionen kostenfrei.

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Interkulturelle Woche

Menschen, die neu in unser Land kommen, treffen bei uns auf Strukturen und Verhaltensweisen, die ihnen unbekannt sind. Integration gelingt dann, wenn wir den zugewanderten Menschen Teilhabe an unserem Gemeinschaftsleben gewähren, unser Interesse an ihnen zeigen und ihnen dabei helfen, das Gefühl der Fremdheit zu überwinden. Begegnungen auf Augenhöhe helfen dabei, Vorurteile abzubauen und dem Rückzug in eigene Gruppen entgegen zu wirken. Wer mit Offenheit und Interesse an fremde Kulturen und andere Lebensweisen herangeht, hat die Chance auf persönliche Bereicherung. Integration ist Begegnung - und das geht nur gegenseitig.

Im Rahmen der bundesweiten Aktion der Interkulturellen Woche werden auch im Schwarzwald-Baar-Kreis im September 2019 verschiedene Veranstaltungen zur Begegnung zwischen den Bürger*innen und unterschiedlichen Kulturen ermöglicht.

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Bildungskoordination für Neuzugewanderte

Ein Schlüssel für die Integration neu zugewanderter Menschen liegt im Zugang zu Bildung. Mit dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt „Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“ unternimmt der Schwarzwald-Baar-Kreis einen wichtigen Schritt, um die bestmögliche Integration der Neuankömmlinge in Schule, Ausbildung und Arbeit zu ermöglichen. Die Bildungskoordinatorin im Sozialdezernat hat den Auftrag, mehr Struktur, Transparenz und bessere Abstimmung im Bildungssektor für neuzugewanderte Menschen zu schaffen und ist unter anderem für die Koordination von Sprachförderangeboten zuständig.

Ausreichende Deutschkenntnisse sind eine Voraussetzung für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und für die Vermittlung in den Arbeitsmarkt. Für alle anerkannten Asylbewerber/innen und Asylsuchende mit guter Bleibeperspektive greifen hierfür die bundesweiten Integrationskurse, die sowohl sprachliche Kenntnisse als auch Informationen zu Geschichte, Kultur und Rechtsordnung in Deutschland vermitteln. Für Flüchtlinge außerhalb dieser Bestimmung entfällt oft die Möglichkeit, einen qualifizierten Deutschkurs zu besuchen. Der Schwarzwald-Baar-Kreis nimmt daher am Landesförderprogramm nach der VwV Deutsch für Flüchtlinge teil, die auch Personen ohne Anspruch oder Zugang zu einem Integrationskurs die Möglichkeit auf adäquate Sprachangebote ermöglicht.

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