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Schwarzwald-Baar-Kreis unterstützt Jägerschaft bei Verkehrssicherung

Seit Jahren nehmen in Deutschland die Schwarzwildbestände stetig zu. Schäden an landwirtschaftlichen Flächen waren und sind die Folge, dazu kommt die stetig zunehmende Gefahr, dass die afrikanische Schweinepest (ASP) ausbrechen kann. Die wichtigste Maßnahme, um Gefahren abzuwehren, ist das Schwarzwild intensiv und sachgerecht zu bejagen. Bei dieser Aufgabe geht die untere Jagdbehörde des Schwarzwald-Baar-Kreises einen neuen Weg. Die Jägerschaft wird bei der Sicherung des Verkehrs zum einen durch einen eigens angeschafften Anhänger und zum anderen durch Schulungen unterstützt.

Unabdingbar für eine umfangreiche Bejagung sind revierübergreifende Drückjagden. Die Vorbereitung und Organisation dieser Jagden ist sehr aufwändig, insbesondere auch deshalb, da öffentliche Straßen betroffen sind und damit der Straßenverkehr durch wechselndes Wild oder Hunde gefährdet ist. „Die Verkehrssicherung ist immer ein schwer umzusetzendes Thema, da viele Jagden an den Wochenenden stattfinden und eine Unterstützung durch die Straßenmeistereien oder Betriebshöfe dadurch nicht gewährleistet werden kann“, erklärt Sven Jager von der unteren Jagdbehörde des Landratsamtes Schwarzwald-Baar-Kreis. Hinzu kommt, dass nur geschultes Personal eine solche Verkehrssicherung einrichten darf.

Aus diesen Gründen bietet der Schwarzwald-Baar-Kreis der Jägerschaft zur beginnenden Drückjagdsaison 2019/2020 die Möglichkeit, Verkehrssicherungsmaßnahmen unkompliziert selbst durchzuführen. Dafür wurde zunächst ein vereinfachtes und kostenfreies Verfahren für die Genehmigung von verkehrsrechtlichen Anordnungen eingeführt. Der Antragsteller meldet sich spätestens zwei Wochen vor dem Jagdtermin bei der Verkehrsbehörde und beantragt die verkehrsrechtliche Anordnung. Stehen dem Antrag keine gravierenden Gründe entgegen, wird dieser auch bewilligt.

Zusätzlich stellt der Landkreis der Jägerschaft einen „Jagdanhänger“ zur Verfügung. Dabei handelt es sich um einen PKW-Anhänger, der mit der nötigen Beschilderung ausgestattet ist, um eine Verkehrssicherung bei Drückjagden ordnungsgemäß einzurichten. Es war geplant und durch den Kreistag bestätigt, dass der Anhänger auf Kosten des Schwarzwald-Baar-Kreises beschafft wird. Unmittelbar vor der Anschaffung wurde die Förderrichtlinie Infrawild durch das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz zur Unterstützung der Schwarzwildbejagung verabschiedet. Umso erfreulicher, dass die Verantwortlichen des Ministeriums dieses Projekt im Rahmen der Förderrichtlinien positiv bewerteten und dem Landkreis Fördermittel für die Beschaffung des Anhängers zur Verfügung stellten.

Der Anhänger steht den Jägern bei revierübergreifenden Jagden seit September 2019 zur Verfügung. Damit möglichst viele Jäger Zugriff auf den angebotenen Jagdanhänger erlangen, bietet die untere Jagdbehörde zusätzlich kostenfreie Schulungen zur Einrichtung jagdlicher Verkehrssicherungen an. Diese Schulungen werden durch fachkundige Personen des Kreises durchgeführt und entsprechen in vollem Umfang den Vorgaben der Straßenverkehrsordnung.

Die erste Schulung wurde bereits im September mit 25 Teilnehmern aus dem gesamten Kreisgebiet durchgeführt. Weitere Schulungen werden angeboten, um eine möglichst hohe Personenzahl geschulter Jäger im Kreisgebiet zu erlangen.

„Die Jagdbehörde erhofft sich dadurch ein steigendes Interesse von revierübergreifenden Drückjagden, innerhalb der Jägerschaft, damit dadurch bestenfalls eine Auswirkung auf die lokalen Schwarzwildpopulationen erreicht wird und somit nicht nur den Wildschäden entgegengewirkt werden kann, sondern der Aufwand auch als Präventionsmaßnahmen gegenüber der Afrikanischen Schweinepest verstanden wird“, erklärt Sven Jager.

Bildunterschrift: Bei Drückjagden zur Bejagung des Schwarzwildes geht die untere Jagdbehörde des Schwarzwald-Baar-Kreises einen neuen Weg. Die Jägerschaft wird bei der Sicherung des Verkehrs zum einen durch einen eigens angeschafften Anhänger und zum anderen durch Schulungen unterstützt.