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02.12.2020

Naturschutzgroßprojekt Baar: Sperrenbau im Schwenninger Moos abgeschlossen

Auch im Schwenninger Moos ist der Klimawandel deutlich spürbar: Heiße Sommer mit langen Trockenphasen führen hier zu einem erheblichen Wasserdefizit. Deshalb beauftragte das Naturschutzgroßprojekt Baar den Bau von Grabensperren. Die Sperren sollen das vorhandene Wasser künftig darin hindern, in den Entwässerungsgräben abzufließen. Dadurch kann das Moor länger nass bleiben und sich regenerieren. Durch diese Maßnahme verbessert sich das Wasserdargebot und zudem der Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. So profitieren beispielsweise der Rundblättrige Sonnentau (Drosera rotundifolia) und die Torf-Mosaikjungfer (Aesha juncea) von den vernässten Torfflächen.

Insgesamt wurden elf Holzsperren zur Wiedervernässung der zentralen Moorbereiche durch Mitarbeiter des Fürstenberger Forstunternehmens „Lukas Binninger“ mit fachlicher Unterstützung von Prof. Dr. Markus Röhl errichtet. Die Sperren ergänzen die bisherigen Maßnahmen zur Wiedervernässung, die bereits in den letzten 15 Jahren umgesetzt wurden. Zwischen September und November wurden 312 Holzbohlen zu knapp 40 Meter Spundwänden verbaut. „Die einzelnen Bohlen reichen bis zu zwei Meter tief in die Torfe hinein. Die so errichteten Sperren sind sehr stabil, fangen den Wasserdruck der Gräben auf und können nicht unterspült werden. Die aus Holz bestehenden Sperren wurden mit Torfen überwallt. Dadurch sind die Hölzer der neuen Sperren gut „versteckt“ und in den nassen Torfen konserviert“, erklärt Thomas Kring vom Naturschutzgroßprojekt Baar.

Die diesjährigen Baumaßnahmen werden mit einer Reparatur abgeschlossen. Die beiden Überläufe an der Hauptsperre des Schwenninger Mooses sind nach knapp 20 Jahren morsch geworden und mussten ersetzt werden. Die eigentliche Sperre liegt unmittelbar unter dem Holzsteg im Norden des Rundweges. Sie ist, abgesehen von den Überläufen, durch Torf- und Erdschüttungen gut versteckt und auch nach 20 Jahren intakt und voll funktionsfähig.

Infos zum Naturschutzgroßprojekt Baar
Als Naturschutzgroßprojekte (NGP) werden seit 1979 national bedeutsame und repräsentative Naturräume vom Bund gefördert. Seit März 2013 werden Teile der Baar und der Baaralb, aufgrund ihrer gesamtstaatlichen und internationalen Bedeutung für den Naturschutz, als „Naturschutzgroßprojekt Baar“ durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) und des Landes Baden-Württemberg gefördert. Ziel des NGP Baar ist es zum einen, die Wald-, Trocken- und Feuchtlebensräume für den Arten- und Biotopschutz sowie den regionalen und internationalen Biotopverbund zu sichern. Zum anderen wird aber auch die qualitative und quantitative Verbesse-rung von bedeutsamen Lebensräumen angestrebt. Damit leistet das Naturschutzgroßprojekt einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Verbesserung der Biodiversität, also der biologi-schen Vielfalt.
Der Schwarzwald-Baar-Kreis ist Träger des Naturschutzgroßprojektes Baar. Daneben sind der Landkreis Tuttlingen und die folgenden zehn Kommunen beteiligt: Bad Dürrheim, Blumberg, Bräunlingen, Brigachtal, Donaueschingen, Geisingen, Hüfingen, Königsfeld, Mönchweiler und Villingen-Schwenningen. Die Gesamtfläche der Fördergebiete von 4.289 Hektar gliedert sich in 17 Teilflächen.