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10.04.2019

Massiver Borkenkäferbefall droht

Nach dem Trockenjahr 2018 droht dem Wald aktuell ein hoher Befall durch die Borkenkäfer „Buchdrucker“ und „Kupferstecher“. Alle Waldbesitzer sind deshalb dazu aufgerufen, die Ent-wicklung ihres Waldes genau zu beobachten, so das Forstamt des Schwarzwald-Baar-Kreises.

„Wenn auch die Namen der beiden bedeutendsten Forstschädlinge, „Buchdrucker“ und „Kupferstecher“, im hiesigen Raum recht harmlos klingen, so können sie doch massive Schäden in fichtenreichen Wäldern verursachen. Im insgesamt zu trockenen Jahr 2018 konnten sich die beiden Forstschädlinge sehr gut vermehren, so dass im Herbst ein entsprechend hoher Bestand vorhanden war, der problemlos überwintert hat“, so Betriebsstellenleiterin des Forstamts Virginia Lorek. Ausgehend von dieser Grundsituation erwartet das Forstamt nun einen vergleichbar hohen Käferbefall an Fichten sowie volle Borkenkäferfallen.

Nur indem alle Fichtenbestände lückenlos überwacht und der Käferbefall zeitnah bekämpft wird, lässt sich der Buchdrucker auf ein Mindestmaß begrenzen. Von grundlegender Bedeutung sind deshalb regelmäßige und intensive Befallskontrollen, das heißt zu prüfen, ob Bohrmehl – oft in Spinnweben sichtbar, Harztropfen, Spechtspiegel, Abfall grüner Nadeln oder Kronenverlichtung zu erkennen sind. Sind die Baumkronen schon rot gefärbt oder beginnt der Stamm bereits seine Rinde zu verlieren, ist es zu spät – die Käfer sind dann meist auf und davon.

Nach dem festgestellten Befall muss die Aufarbeitung sofort beginnen und in maximal zwei Wochen abgeschlossen sein, damit die Käfer am Ausfliegen gehindert werden können. Das ist besonders zum jetzigen Zeitpunkt wichtig, denn ein vergessener Käferbaum kann im Laufe des Sommers zu ganzen Käfernestern führen.

Die befallenen Stämme werden in der Regel nicht entrindet, da sie so leichter zu vermarkten sind. Eine Entrindung ist nur sinnvoll, wenn unter der Brut noch kleine Jungkäfer vorhanden sind (weißes Stadium), das Holz für einen Gattersäger geeignet ist oder eine Schutzbehandlung aus ökologischen Gründen nicht in Frage kommt. Bleibt das Holz in Rinde vorerst im Wald liegen, kann eine Vorausflugbehandlung notwendig werden, um das Ausschwärmen der Käfer zu verhindern. Damit eine sachkundige Schutzbehandlung gewährleistet ist, wenden sich betroffene Waldbesitzer am besten an den zuständigen Forstrevierleiter oder das Forstamt, welche auf Wunsch auch die Behandlung organisieren können.

Grünäste sollen am Gipfelstück bleiben, dadurch trocknet das Holz schneller aus und wird brut-untauglich. Die Bruttauglichkeit für Buchdrucker und Kupferstecher setzt eine lebende Rinde (= grünen Bast) voraus. Abgestorbene Rinde (brauner Bast) wird nur noch von ungefährlichen, sekundären Borkenkäfern, zum Beispiel Bastkäfern besiedelt, die nicht bekämpft werden müssen. Borkenkäferfallen sind als Schutzmaßnahme ungeeignet. Sie dienen nur zur Überwachung der Flugaktivität der Käfer.

Das Forstamt weist darauf hin, dass die Bekämpfung des Borkenkäfers zu den Grund-pflichten des Waldbesitzers gehört. Damit ist jeder Waldbesitzer durch Gesetz verpflichtet, die notwendigen Maßnahmen zur Bekämpfung zu ergreifen. Kommt ein Waldbesitzer dieser Pflicht nicht nach, können durch das Forstamt entsprechende Zwangsmittel (Bußgeld, Zwangsgeld, Ersatzvornahme) verfügt werden. Auch im Interesse eines gutnachbarschaftlichen Verhältnisses, sollte jeder Waldbesitzer seiner Bekämpfungspflicht nachkommen. Je schneller befallenes Holz aufgearbeitet und abgefahren wird, umso höher ist der Bekämpfungserfolg.

Das Forstamt steht mit seinen Revierleitern vor Ort mit Rat und Tat zur Verfügung. Für die Aufarbeitung können qualifizierte Unternehmer vermittelt werden. Die Vermarktung des Holzes kann durch die Holzverkaufsstelle erfolgen.

Kontaktdaten der zuständigen Revierleiter