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19.05.2022

Gemeinschaftsunterkunft Heilig-Geist-Spital in VS-Villingen in Betrieb

Seit Ende Februar beschäftigte sich der Schwarzwald-Baar-Kreis intensiv damit, Unterkünfte für Geflüchtete aus der Ukraine zu schaffen. Sehr schnell gab es die Idee, dass das ehemalige Alten- und Pflegeheim Heilig-Geist-Spital in VS-Villingen für eine Gemeinschaftsunterkunft optimal dafür geeignet sein könnte. Seit Mitte Mai sind nun die ersten Bewohner in das reaktivierte Gebäude eingezogen. 230 Unterkunftsplätze wurden in kürzester Zeit geschaffen. Zirka 70 Personen bewohnen nun die Gemeinschaftsunterkunft in der Schertlestraße.

„Die aktuelle Situation ist für die geflüchteten Menschen aus der Ukraine eine schwer erträgliche. Deshalb ist es uns gemeinsam ein großes Anliegen, unseren Beitrag zu leisten und die Menschen hier bei uns so gut es geht zu unterstützen. Wir sind sehr dankbar, dass es mit viel Unterstützung von unterschiedlichen Stellen der Stadt und des Landratsamtes gelungen ist, mit der Gemeinschaftsunterkunft Heilig-Geist-Spital im Oberzentrum eine so zentrale Einrichtung zu schaffen, in der auch eine Kinderbetreuung durch die Stadt Villingen-Schwenningen angeboten werden kann. Vorgesehen ist, dass bis zu zwei Spielgruppen für Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren eingerichtet werden“, so Landrat Sven Hinterseh und Oberbürgermeister Jürgen Roth.

Das ehemalige Alten- und Pflegeheim Heilig-Geist-Spital sei sehr schnell verfügbar gewesen, so der Landrat. Allerdings musste das seit einiger Zeit stillgelegte Gebäude vor einer Nutzung baulich ertüchtigt werden. Insbesondere die haustechnischen Anlagen wurden dabei saniert. Besonders geeignet ist das Gebäude aufgrund seines Zuschnitts. „Jeder Bewohner hat seinen eigenen Rückzugsraum in einem der Zimmer, die im Regelfall mit drei Betten ausgestattet sind. Es gibt aber auch ausreichend Gemeinschaftsfläche, die genutzt werden kann. So zum Beispiel auch für ein Angebot der Kinderbetreuung, zum Spielen und für das gemeinsame Essen“, erklärt Stefan Löffler, Leiter des Amtes für Schule, Hochbau und Gebäudemanagement. Eine technische Herausforderung war in den letzten Tagen das Reaktivieren des Aufzugs. „Es war unser Ziel, dass wir die Einrichtung auch für körperlich beeinträchtigte Menschen nutzen möchten, weshalb wir auch den Personenaufzug in Betrieb nehmen wollten. Diese Inbetriebnahme zögerte sich letztlich noch etwas hinaus.“

Jürgen Stach, Sozialdezernent des Landratsamtes Schwarzwald-Baar-Kreis geht derzeit davon aus, dass weitere Geflüchtete aus der Ukraine in den Landkreis kommen: „Im zentralen Aufnahmezentrum des Landratsamtes Schwarzwald-Baar-Kreis wurden bis jetzt zirka 2.000 Geflüchtete aus der Ukraine registriert. Zu den bis Kriegsbeginn vorhandenen 483 Plätzen zur Unterbringung von Geflüchteten müssten nach unserer Prognose zwischen 800 und 1.200 zusätzliche Plätze in Gemeinschaftsunterkünften aufgebaut werden, um den Zustrom an Flüchtlingen bewältigen zu können.“ Zwischenzeitlich konnte das Landratsamt bereits einige Plätze schaffen. Neu ist das Heilig-Geist-Spital in VS-Villingen mit 230 Plätzen.

Weiter bestehen in VS-Schwenningen in der Sturmbühlstraße 144 und in der Alleenstraße 93 Plätze. In Donaueschingen wurden Unterkunftsplätze in der Emil-Rehmannstraße mit 30, in der Käferstraße mit 69, in der Friedhofstraße mit 24 und in der Alten Wolterdinger Straße mit 121 geschaffen. In St. Georgen in der Bahnhofstraße bestehen 42, in Blumberg in der Schaffhauser Straße 80 und in Königfeld in der Parkstraße 100 Plätze, so dass derzeit insgesamt 934 Plätze bestehen.

Kurzfristig können in einem zusätzlichen Bauabschnitt im Heilig-Geist-Spital weitere 220 Plätze generiert werden. Zudem bestehen Möglichkeiten die Gemeinschaftsunterkunft in St. Georgen mit 30 Plätzen zu erweitern und in Schönwald im ehemaligen Kurhaus Viktoria 140 Plätze zu schaffen. Insgesamt können somit kurzfristig 390 Plätze geschaffen werden.