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27.11.2018

Ehrenamtliche tauschen sich aus

Unter dem Motto „Begegnung schaffen – Begegnung gestalten“ trafen sich rund 70 Ehrenamtliche aus der Integrationsarbeit zum dritten kreisweiten Austausch im Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis. Fragen, wie zum Beispiel „Was wird unter dem Begriff Begegnung überhaupt verstanden?“ und „Wie gestalten wir diese im Alltag?“, „Welche Rolle spielt dabei die Haltung im Ehrenamt?“ gingen fachkundige Experten im Rahmen einer interaktiven Interviewrunde nach.

So lenkte Jhana van Stipelen, Psychologin bei Refugio VS, den Blick auf die Eigenmotivation und Selbstfürsorge bei Ehrenamtlichen, während für Islamberater Dr. Hussein Hamdan vor allem ein Verständnis für kulturelle Besonderheiten eine Rolle spielen. Aus der Praxis berichteten Karin Nagel und Carina Riedel aus der Ehrenamtskoordination. Auch einige Ehrenamtliche selbst meldeten sich zu Wort. Trotz vieler eigener Interpretationsmöglichkeiten stand am Schluss für alle fest: Begegnung ist auch Integration - und das geht nur gegenseitig. Wichtig ist hierbei Interesse und Offenheit gegenüber neuen Kulturen und vielfältigen Lebensentwürfen. Fachliches Hintergrundwissen zur orientalischen Kultur lieferte Dr. Hussein Hamdan in seinem Vortrag über kulturelle Gemeinsamkeiten und Wertedifferenzen. Er betonte die Begegnung auf Augenhöhe und die Bedeutung eigener Erfahrungswerte, die man im Umgang mit kulturellen Fragestellungen sammeln müsse.

Dass beim Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe auch der Blick auf die eigene Gesundheit wichtig ist, um langfristig engagiert zu sein, erläuterte Jhana van Stipelen in ihrem Vortrag zur Frage „Warum ist der Mensch sozial engagiert?“. Prosoziales Verhalten sei teilweise angeboren, teilweise angelernt und keineswegs nur ein rein menschliches Phänomen. So sei unter anderem in der Natur und in der Tierwelt ein fürsorgliches Miteinander verschiedener Lebewesen und Organismen zu beobachten. Trotz aller „Natürlichkeit“ von freiwilliger Hilfeleistung, sei auch der Blick auf die eigenen Kraftreserven zu beachten. Nur wenn diese regelmäßig gefüllt werden, könne man auf Dauer auch für seine Mitmenschen aktiv sein.

Wie ehrenamtliches Engagement erfolgreich funktioniert, konnte man auf dem „Markt der Be-gegnungen“ erleben. Helferkreise und ehrenamtliche Initiativen stellten dort ihre Aktionen und Projekte vor. Im gegenseitigen Austausch konnten Ideen gewonnen und Erfahrungswerte gewechselt werden. Für eine musikalische Einstimmung sorgten 15 Musikerinnen und Musiker des Flüchtlingsprojektes der Musikakademie VS, die ganz selbstverständlich in ihrer Gruppe miteinander über Musik kommunizierten.

Für Landrat Sven Hinterseh und das Organisationsteam rund um die Integrationsbeauftragte des Schwarzwald-Baar-Kreises und die Ehrenamtskoordinatorinnen der Wohlfahrtsverbände zeigte der Tag, wie vielfältig die Integrationsarbeit mit Unterstützung aktiver Bürgerinnen wurde an alle Ehrenamtlichen ein großes Dankeschön ausgesprochen.