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30.08.2018

Gegen Internetausfälle doppelt geschützt: Glasfasernetz an frankfurt und zürich angebunden

„Es ist ein Meilenstein für den Zweckverband Breitbandversorgung Schwarzwald-Baar“, sagt Landrat und Zweckverbandsvorsitzender Sven Hinterseh. „Diesen Service, gegen Internetausfälle doppelt geschützt zu sein, kann aktuell kein anderer Landkreis in Baden-Württemberg bieten.“ Am heutigen Tag (29.8.18) wird die Anbindung des kommunalen Glasfasernetzes des Zweckverbandes an den Schweizer Internet-Hauptknotenpunkt in Zürich im Beisein des stellvertretenden Ministerpräsidenten und Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration des Landes Baden-Württemberg, Thomas Strobl, offiziell in Betrieb genommen. An den deutschen Knotenpunkt in Frankfurt ist das Netz des Zweckverbandes über zwei unterschiedliche Streckenführungen (Brigachtal und Blumberg-Zollhaus) angeschlossen.

„Diese Glasfaseranbindung ist ein digitaler Brückenschlag zwischen Deutschland und der Schweiz. Sie verdeutlicht einmal mehr, dass die Digitalisierung an Ländergrenzen keinen Halt macht. Auf der deutschen Seite ist die Inbetriebnahme des Breitbandnetzes vor allem für die Stadt Blumberg, genauer den Stadtteil Neuhaus, ein Quantensprung: Anstelle von zwei Megabit pro Sekunde haben wir in Neuhaus nun die Grundlage für gigabitfähige Infrastrukturen direkt bis zur Haustür geschaffen. Das ist eine großartige Leistung, zu der ich den Schwarzwald-Baar-Kreis und vor allem die Stadt Blumberg beglückwünsche. Herzlich Willkommen im Gigabit-Zeitalter“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration, Thomas Strobl, bei der Inbetriebnahme in Blumberg-Neuhaus.

Zu diesem Anlass sind ebenfalls der Schaffhauser Regierungspräsident Christian Amsler und Regierungsrat Martin Kessler nach Blumberg-Neuhaus gekommen. "Die guten grenzüberschreitenden Beziehungen zwischen dem Kanton Schaffhausen und dem Schwarzwald-Baar-Kreis haben die Anbindung des deutschen Glasfasernetzes an die Schweiz schnell und unkompliziert ermöglicht. Der Einsatz aller Beteiligten hat zu einer guten Infrastruktur für die digitale Kommunikation und somit zu hohem Nutzen für die Volkswirtschaft geführt", freut sich Regierungspräsident Christian Amsler aus dem Kanton Schaffhausen.

Eine Anbindung des kommunalen Glasfasernetzes des Schwarzwald-Baar-Kreises war schon länger angedacht. Die Planungen wurden Anfang 2018 konkreter, auch auf Wunsch des Netzbetreibers Stiegeler IT. Der Anschluss an das Backbone-Netz des Zweckverbandes für Neuhaus und die weiteren Blumberger Ortsteile Randen, Epfenhofen und Nordhalden konnte im März 2018 realisiert werden. Anschließend erfolgte die Verlegung in Richtung Schweiz. Die Anbindung an den Hauptknotenpunkt Zürich konnte im Juni bautechnisch abgeschlossen werden. Von den geplanten rund 350 Kilometern Backbone innerhalb des Landkreises sind derzeit zirka 250 Kilometer in Betrieb. Im Laufe des Jahres 2019 wird das komplette interkommunale Basisnetz fertiggestellt sein.
Die Anbindung an die beiden Hauptknotenpunkte Zürich und Frankfurt bedeutet für alle Nutzer des kommunalen Glasfasernetzes des Zweckverbandes eine doppelte Absicherung gegen Ausfälle. Dieses ist besonders für Geschäftskunden mit internationalen Kunden oder Standorten eine zwingende Voraussetzung. Sollte es zu einem Vorfall auf der Strecke zum Knotenpunkt in Frankfurt kommen, werden die Kunden weiterhin über den Knotenpunkt Zürich versorgt. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass der Zweckverband die eigenen Strecken besser unter Kontrolle hat. Für die Kommunen des Landkreises bedeutet es, dass das eigene Glasfaser-Netz für Kunden noch attraktiver wird.

Hintergrund Zweckverband Breitbandversorgung Schwarzwald-Baar
Der Zweckverband Breitbandversorgung Schwarzwald-Baar wurde im Frühjahr 2014 von allen 20 Städte und Gemeinden des Schwarzwald-Baar-Kreises sowie dem Landkreis selbst gegründet, um den Schwarzwald-Baar-Kreis kreisweit mit einem Glasfaser-Netz auszustatten. Ziel des Zweckverbands unter dem Vorsitz von Landrat Sven Hinterseh ist es, im Laufe des Jahres 2019 das Backbone-Netz fertigzustellen und nach und nach auch Ortsnetze (FTTB/H) zu entwickeln. Bis 2025 sollen alle Gebäude im Landkreis einen eigenen Glasfaseranschluss erhalten. Durch den Zweckverband können Kompetenzen gebündelt, der Netzausbau aufeinander abgestimmt und wirtschaftliche Einheiten für Planung, Baumaßnahmen und Netzbetriebsvergabe geschaffen werden.

Finanziert werden die Projekte zum einen mit Fördergeldern des Landes Baden-Württemberg und zum anderen werden die Kosten für den Backbone vom Schwarzwald-Baar-Kreis getragen, während die Kommunen die jeweiligen Ortsnetze finanzieren. Eine große Bedeutung in der gesamten Planung kommt den Städten und Gemeinden zu. Sie dienen als wichtige Multiplikatoren bei der Information der Bürger und der späteren Vermarktung des Betreibers, die Firma Stiegeler IT.

Bildunterschrift:
Vorne links: Landtagsabgeordnete Martina Braun (Grüne), Alexander Knobel vom Netzbetreiber Stiegeler IT, Landrat und Zweckverbandsvorsitzender Sven Hinterseh, (verdeckt: Blumbergs Bürgermeisterstellvertreter Rainer Gradinger), Innen- und Digitalminister Thomas Strobl, Schaffhauser Regierungspräsident Christian Amsler, Schaffhauser Regierungsrat Martin Kessler, stellvertretender Zweckverbandsvorsitzender Jürgen Roth.