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10.05.2019

Blaulichttag - Technisches Hilfswerk (THW) stellt sich vor

Ein vielfaltiges Aufgabenspektrum decken die Hilfs- und Rettungsorganisationen im Schwarzwald-Baar-Kreis ab. Beim Blaulichttag am Sonntag, 7. Juli rund um das Landratsamt in Villingen-Schwenningen werden die Helfer und ihre Spezialgebiete präsentiert. Dazu gehört auch das Technische Hilfswerk

Wenn die Kräfte des Technischen Hilfswerks ausrücken, dann muss die Einsatzstelle nicht zwingend in der Region liegen. Denn: „Wir sind welt-weit aktiv!“ „Wir“, dazu zählt unter anderem Carsten Höhne, Zugtruppführer und stellvertretender Zugführer, als einer von insgesamt 30 aktiven Helfern beim THW Ortsver-band Donaueschingen. Als Bundesanstalt rücken die Kräfte insbesondere in Großschadens- oder Katastrophenfällen aus und unterstützen für den Zivilschutz die weiteren Rettungs- und Hilfsorganisationen – und zwar zum Teil weit über die Grenzen des Landkreises hinaus. „2013 waren Helfer aus unserem Ortsverband beispielsweise beim Hochwasser in Magdeburg“, berichtet Carsten Höhne. Sein Kompagnon und Beauftragter für die Öffentlichkeitsarbeit, Marcel Dannecker, pflichtet bei: „Diese Fähigkeit macht eine Bundesbehörde aus – es können Kräfte von überall herangezogen werden.“ Doch auch in der Region wird das Hilfswerk zu großen Ereignissen hinzu alarmiert – sei es das verheerende Hagelunwetter im Großraum Villingen-Schwenningen, der Großbrand des Schwenninger Möbelhauses Poco oder der Absturz eines Sportflugzeugs in eine Lagerhalle im Schwenninger Gewerbegebiet Rammelswiesen.

Eine weitere Besonderheit beim THW: Über die Regionen hinweg verfügen die Ortsver-bände über verschiedenste Fachgruppen und sind damit auf unterschiedlichste Arten von Einsätzen spezialisiert. Während bei den Helfern in VS-Villingen beispielweise die Fachgruppe Führung/Kommunikation zur technischen Unterstützung von Einsatzleitungen angesiedelt ist, hält der Ortsverband Donaueschingen die Fachgruppe „Räumen“ vor. „Wir decken damit ein breites Spektrum ab“, erklärt Höhne, der sich bei einem Tag der offenen Tür vom THW überzeugen ließ. Zur Fachgruppe gehört neben einem Lkw-Kipper und einem Tieflader insbesondere der Radlader. Dieser ist auch bei Bränden in der Region im Einsatz – beispielsweise im vergangenen Jahr in Bad Dürrheim, um eine ausge-brannte Garage zu zerlegen und so der Feuerwehr dabei zu helfen, die Glutnester besser ablöschen zu können. „Das sind richtige Arbeitsmaschinen, mit denen auch Material umgeschlagen werden kann“, erklärt der 37-jährige Zugtruppführer. Darüber hinaus wird die Fachgruppe beispielsweise beim Bau von Behelfsstraßen oder dem Transport von Sand und Sandsäcken eingesetzt.

Herzstück eines jeden Ortsverbands sind jedoch die Bergungsgruppen. Carsten Höhne: „Die ist quasi das Schweizer Taschenmesser des THW.“ Unterschieden wird hierbei zwi-schen der Bergegruppe 1, die innerhalb kürzester Zeit einsatzbereit ist und der Berge-gruppe 2, die auf schwerere Einsätze ausgelegt ist – im Mittelpunkt steht jeweils ein Gerätekraftwagen mit unterschiedlicher aber innerhalb der Bundesbehörde standardisierter Ausstattung. „Hier haben wir unter anderem eine komplette Werkstatt für Holz- und Metallverarbeitung mit dabei“, betont Höhne. So rücken die Kräfte in der Regel vollgepackt mit technischen Gerätschaften zu ihren vielfältigsten Einsätzen aus.

Überhaupt ist der Name beim Technischen Hilfswerk absolut Programm – die Kombination aus der Faszination für die technischen Gerätschaften, gepaart mit den Möglichkeiten, damit in Notlagen zu helfen, ist allgegenwärtig. „Es ist bei uns natürlich techniklastig, man packt mit an und kann handwerkliches Geschick mit einbringen. Das waren die Gründe, warum ich mich für das THW entschieden habe“, erklärt Marcel Dannecker, der im Rahmen seines Wehrersatzdienstes zum THW kam und den das Ehrenamt seitdem nicht mehr loslässt. In gemeinsamen Proben wird für die jahrelangen Helfer das Wissen weiter vertieft, während die Junghelfer (ab zehn Jahre) an die Technik herangeführt werden – natürlich in Theorie- als auch Praxisstunden.
Das wertvolle Wissen und die Gerätschaften wurden im vergangenen Jahr bei insgesamt acht Einsätzen benötigt, „die Einsatzzahlen sind bei uns meist überschaubar“, so Höhne – aber wenn es darauf ankommt, dann sind auch die Kräfte des THW und ihre ausgefeilte Technik rund um die Uhr startklar. Und zwar nicht nur im Schwarzwald-Baar-Kreis, sondern ebenso weit über die Grenzen des Landkreises hinaus.

INFOKASTEN:
Beim Blaulichttag des Schwarzwald-Baar-Kreises präsentieren sich am Sonntag, 7. Juli von 10 bis 17 Uhr zahlreiche Rettungs- und Hilfsorganisationen rund um das Landrats-amt in VS-Villingen. Darüber hinaus finden mehrere Einsatzübungen statt. Im Vorfeld des Blaulichttages stellen wir in einer Serie alle teilnehmenden Organisationen vor.