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08.08.2018

Anhaltende Niedrigwasserstände in oberirdischen Gewässern des Schwarzwald-Baar-Kreis

Landratsamt schützt Gewässerlebensräume und untersagt Wasserentnahmen zur Bewässerung

Ab Donnerstag, 9. August gilt im Schwarzwald-Baar-Kreis ein generelles Verbot für Wasserentnahmen zur Beregnung und Bewässerung aus Oberflächengewässern im gesamten Landkreis. Ausgenommen davon ist nur die Donau. Da die Wetterprognose für mindestens weitere zwei Wochen hohe Temperaturen und weiterhin keinen nennenswerten Niederschlag erwarten lässt, sieht sich das Landratsamt dazu veranlasst, per Allgemeinverfügung jegliche Wasserentnahmen zum Zwecke der Beregnung und Bewässerung aus oberirdischen Gewässern zu untersagen. Es folgt damit den Landkreisen Tuttlingen und Waldshut, welche ebenfalls ein solches Verbot ausgesprochen haben.

Die anhaltende Trockenheit und die aktuell hohen Temperaturen haben in den Fließgewässern im Schwarzwald-Baar-Kreis zu markanten Niedrigwasserabflüssen geführt. An sämtlichen Pegeln des Landkreises, mit Ausnahme des Donau-Pegels in Donaueschingen, befinden sich die Wasserstände unterhalb des Niveaus bei einem Mittleren Niedrigwasserabfluss (Mittelwert der niedrigsten jährlichen Abflüsse). Für die nächsten Tage wird, abgesehen von vereinzelten Schauern oder Gewittern, nach wie vor insgesamt sehr warmes und trockenes Wetter erwartet. Die für die kommenden Tage angekündigten Niederschläge werden voraussichtlich nur in geringem Maße den Oberflächengewässern zugeführt, da der Bodenwasserspeicher durch die anhaltende Trockenheit mittlerweile stark entleert ist. Die sehr niedrigen Wasserstände werden nur langsam wieder ansteigen. Es ist insgesamt damit zu rechnen, dass diese auch in den nächsten Tagen noch ein sehr niedriges Niveau beibehalten.

Die anhaltende Hitze und die fehlenden Niederschläge verursachen in den Fließgewässern erhöh-te Wassertemperaturen und niedrige Sauerstoffwerte. Die Folge ist beispielsweise eine starke Algenbildung und vor allem eine Gefährdung von Fischen und allen anderen Klein- und Kleinstle-bewesen in den Gewässern. Fehlt den Gewässern Sauerstoff, kann dies sogar ein Fischsterben auslösen, wie es teilweise in Gewässern des Bundesgebietes bereits der Fall ist.
Erfreulicherweise wurden dem Landratsamt bisher noch keine toten Fische oder sonstige Schäden der Gewässerbiologie im Kreisgebiet gemeldet. Bei den derzeitigen Niedrigwasserverhältnissen können aber verstärkte Wasserentnahmen aus oberirdischen Gewässern die durch die Hitze ohnehin schon stark beanspruchten Gewässerlebensräume zusätzlich beeinflussen. Um dies zu verhindern hat das Landratsamt daher beschlossen, den nach den Wassergesetzen eingeräumten Gemeingebrauch zu beschränken. Es hat nun die bislang genehmigungsfreie Wasserentnahme aus oberirdischen Gewässern für die Beregnung und Bewässerung von Gärten oder auch für die Land- und Forstwirtschaft, mittels einer Allgemeinverfügung verboten. Das Verbot gilt bis Ende August und richtet sich an alle Kreisbewohner. Somit auch an die Inhaber von etwaigen, behörd-lichen Genehmigungen für Wasserentnahmen zu diesen Zwecken. Wer in dieser, für viele Fische und sonstige Wasserlebewesen kritischen Situation das Verbot ignoriert, riskiert ein empfindliches Bußgeld.
Nur für die Donau bleiben, aufgrund des bzw. der derzeit noch vorherrschenden Wasserstandes und -abflusses, Wasserentnahmen zu den erwähnten Zwecken zulässig.
Die Allgemeinverfügung kann auf der Homepage des Landratsamtes unter www.schwarzwald-baar-kreis.de bei Öffentliche Bekanntmachungen in der Rubrik Aktuelles eingesehen werden.

In Zusammenhang mit den niedrigen Wasserständen weist das Landratsamt alle Betreiber und Eigentümer von Wasserkraftanlagen auch nochmals auf deren Verpflichtung zur Einhaltung der erforderlichen Mindestwassermenge im Mutterbett des Gewässers (so genannte Mindestwasser-abgabe) hin. Nur wenn das im Gewässer vorhandene Wasserdargebot über der festgelegten Mindestwassermenge liegt, darf noch Wasser für den Betrieb der Wasserkraftanlage entnommen werden. Das Schwallen – also das gezielte, wiederholte Höherstauen des Wassers - zur Stromer-zeugung ist ausdrücklich nicht erlaubt. Eventuell notwendige Restwassermengen rein zur Frisch-wasserversorgung der Zulaufkanäle, damit diese nicht trocken fallen, dürfen den Gewässern ent-nommen werden.


Bildunterschrift: Auch auf die Breg in Wolterdingen wirkt sich der derzeitige geringe Niederschlag auf den Wasserstand aus.