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15.08.2022

Alle Absolventinnen der Fachschule für Landwirtschaft Donaueschingen bestehen Berufsabschlussprüfung zur staatlich geprüften Hauswirtschafterin

Das ist eine Herausforderung: im Erwachsenenalter nochmals die Schulbank neben der Familie und dem Teilzeitjob drücken. Neun Frauen haben sich dieser Herausforderung erfolgreich gestellt. Sie besuchten die hauswirtschaftliche Klasse an der Fachschule für Landwirtschaft in Donaueschingen an einem Tag in der Woche. „Ich hatte großen Bammel nach vielen Jahren erstmals wieder eine Klassenarbeit zu schreiben“, erinnert sich Melanie Scheu aus Stühlingen im Landkreis Waldshut. „Aber ich habe mich der Herausforderung gestellt. Ich habe es geschafft und die Bewunderung meiner Kinder genossen.“ Die erfahrenen Lehrkräfte wissen um diese Herausforderungen und so steigen Umfang und Schwere der Klassenarbeiten im Laufe der Zeit an. „Vormittags hatten meine Kinder im Winter 20/21 Home-Schooling und an einem Nachmittag in der Woche war ich dran“, blickt Evica Radosavljevic aus VS-Villingen zurück. „Wir haben so viel gelernt - auch im Online-Unterricht. Es tut gut, immer neue Möglichkeiten des Internets zu beherrschen“, sind sie und ihre Klassenkameradinnen überzeugt.

Viele Teilnehmerinnen hatten in ihrem bisherigen Arbeitsleben ausreichend Praxisstunden in den Bereichen Nahrungszubereitung, Service, Reinigung und Wäschepflege nachgewiesen und konnten somit zur Prüfung als Hauswirtschafterin nach §45,2 Berufsbildungsgesetz zugelassen werden. Wenn Stunden fehlten, wurde ein Praktikum absolviert. „Der Unterricht in Hauswirtschaft an der Fachschule für Landwirtschaft Donaueschingen hat uns Familienfrauen in weniger als zwei Jahren gut auf die Abschlussprüfung zur Hauswirtschafterin vorbereitet. Azubis mit dreijähriger Ausbildungszeit absolvieren die gleichen Prüfungen“, weiß Carmen Dorer aus Furtwangen. Alle neun Kandidatinnen freuen sich über die bestandene Prüfung. Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind gut. Stellen konnten bereits aufgestockt werden, Eingruppierungen haben sich verbessert, neue Arbeitsplätze winken.

Anfang August traf sich die Klasse nochmals, um ihre Zeugnisse in Empfang zu nehmen und mit einer Lehrfahrt die Schulzeit ausklingen zu lassen. Andreas Wolber informierte über seinen Familienbetrieb in Löffingen-Seppenhofen. Im Nebenerwerb hält er knapp 1.000 Hühner in Hühnermobilen, mästet Bullen und betreibt Ackerbau. Zusätzlich hat er mit seinem Vater Paul einen mobilen Mahl- und Mischbetrieb. Sie fahren Bauernhöfe an, mahlen deren eigenes Getreide und mischen es zu Tierfutter.

Die Lehrfahrt führte weiter nach Löffingen-Unadingen zu Claudia Ketterer. Als gelernte Dorfhelferin schuf sie sich in der Elternzeit mit Claudias Früchteküche einen familienfreundlichen Arbeitsplatz. Über 90 verschiedene Produkte ihres reichhaltigen Sortiments finden sich bei über 30 Hofläden. Die ganze Familie, Eltern und alle vier großen Kinder nutzten die Coronazeit um Gedanken zu spinnen, zu prüfen und umzusetzen. So entstand im ehemaligen Kuhstall die Gaststätte „Kramers Stall“ mit drei Öffnungstagen pro Woche.

Wer sich für die nächste Klasse zur Fachkraft für Hauswirtschaft interessiert, kann sich unter Telefon: 07721 913 5300 oder fachschule@lrasbk.de informieren.