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22.04.2021

Ruht die Jagdzeit ist Hochsaison für die Jagdbehörde - Wie kann das sein?

Das Telefon klingelt und Julita Dittgen von der Unteren Jagdbehörde nimmt den Hörer ab. Sie ahnt bereits wer ihr In diesen Tagen anruft. Es ist Hochsaison für sie, da etliche Jagende die Jagdscheine bei ihr verlängern wollen. Das neue Jagdjahr startet am 1. Mai und bis dahin gibt es noch viel zu tun. Dieses Jahr kommt allerdings keiner der Jägerinnen und Jäger persönlich vorbei. Es geht alles über den Postweg. „Manche haben Bedenken, dass die Jagdscheine nicht ankommen, aber bislang hat es immer geklappt“, so Julita Dittgen, die bereits seit 13 Jahren den Stempel der Behörde in die grünen Jagdscheinmappen drückt.

Zeitgleich bekommt auch Sven Jager, Leiter der Jagdbehörde, täglich Post. Bevor das neue Jagdjahr beginnt, sind Jagende dazu verpflichtet, die erlegten Wildtiere des letzten Jahres zu melden. Seit November 2020 steht hierfür das Online WildtierportalBW https://www.wildtierportal-bw.de/de zur Verfügung. Laut Jager wird der Prozess dadurch erheblich erleichtert. Dennoch gilt es, die Jägerschaft zu informieren und wie bei allem Neuen: die Dateneingabe über den neuen Weg muss ausprobiert und geübt werden. „Wir hoffen allerdings, dass die Möglichkeit genutzt wird. Neben der Meldung der erlegten und verunfallten Tiere, bietet das Portal den Jagenden die Möglichkeit, ihr Jagdrevier auch digital zu verwalten, bei mehreren Mitjagenden sich zu vernetzen und somit auch optimal zu organisieren. Das Wildtierportal BW bietet somit nicht nur den Behör-den eine Erleichterung, sondern auch den Jagenden in Baden-Württemberg“, so Jager.

Füchse, die Handschuhe klauen oder Waschbären, die Radau machen – das Wildtierportal liefert auch zu diesen Themen Informationen. Auch auf die Frage, warum Wildtiere überhaupt in die Stadt kommen, gibt das Portal Antwort. Diese könnte allerdings auch der Wildtierbeauftragte Matthias Gommlich geben. Er weiß um die Belange rund um Wildtiere. Es ist ein konfliktträchtiges Thema und welches Verhalten gegenüber den Wildtieren schlussendlich das richtige ist, lässt sich nicht immer leicht sagen. Klar ist allerdings: Wildtiere sind darauf gepolt nach Futter zu suchen. Essens-reste, die frei hinter dem Haus lagern, ziehen Wildtiere an. Das muss aber nicht gegen einen Kom-post im eigenen Garten sprechen. Zäunt man diesen ein oder nutzt einen Kompost mit Deckel, findet allenfalls die Maus ein Schlupfloch.

Julita Dittgen ist mittlerweile im Gespräch vertieft, erklärt welche Angaben sie braucht, damit es mit der Jagdschein-Verlängerung klappt. Vor ihr stapeln sich noch einige grüne Scheine, die da-rauf warten wieder an die Jagenden geschickt zu werden. Aber bislang hat es noch immer geklappt, dass jede und jeder seinen Jagdschein wieder in den Händen hält, bevor es am 1. Mai wieder los geht mit dem Jagen. Vorausgesetzt man hat alle Unterlagen richtig mitgeschickt, so Dittgen mit einem Augenzwinkern.