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08.09.2021

Kinderschutz geht uns alle an! - Beratung bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung

Wenn Personen, die beruflich oder ehrenamtlich in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen stehen, blaue Flecken, auffällige Verhaltensweisen oder seltsame Äußerungen eines Kindes oder Jugendlichen wahrnehmen, führt dies zunächst zu einem unguten Bauch-gefühl. Benötigt die Familie vielleicht Unterstützung? Ist es in diesem Fall notwendig das Jugendamt einzuschalten? Oder halte ich mich besser zurück, damit ich niemanden zu Unrecht beschuldige? Um den Personen diese Unsicherheiten zu nehmen, bieten Insoweit erfahrene Fachkräfte (IeF) Ihre Beratung an.

20 Personen, die in verschiedenen psychologischen und pädagogischen Tätigkeitsfeldern arbeiten und umfangreiches Fachwissen im Kinder- und Jugendschutz mitbringen, sind im Schwarzwald-Baar-Kreis als IeF tätig. Sie beraten Fachkräfte in Verdachtsfällen dabei, eine Entscheidung zur Frage der Kindeswohlgefährdung zu treffen. Die Beratungen erfolgen anhand pseudonymisierter Daten, um die Schweigeplicht weiterhin zu gewährleisten und fachlich adäquat vorgehen zu können.

Von den rund 13 Millionen minderjährigen Kindern in Deutschland erleben rund 1 Million Kinder Gewalt. In einer Gruppe von 20 Kindern kann man davon ausgehen, dass 1 bis 2 Kinder davon betroffen sind. Auch die Krimimalstatistik 2020 bestätigt, dass neben der sexuellen Gewalt, grausame Taten wie gewaltsame Misshandlungen und Vernachlässigungen, im Fall von 152 Kindern sogar mit Todesfolge, viel zu oft passieren. Bei den genannten Zahlen handelt es sich lediglich um die Fälle, die der Polizei bekannt wurden. Es muss davon ausgegangen werden, dass viele Taten unentdeckt bleiben. Auch bei uns im Schwarzwald-Baar-Kreis.

Aus diesem Grund möchte das Jugendamt Schwarzwald-Baar-Kreis die Fachkräfte ermutigen genau hinzuschauen, Äußerungen der Kinder ernst zu nehmen und bei Unsicherheit Beratung hinzuzuziehen. „Kinderschutz geht uns alle an“, so Ramona Götz, Koordinatorin des Netzwerks der Insoweit erfahrenen Fachkräfte im Schwarzwald-Baar-Kreis und selbst IeF, „und erfahrungsgemäß führen mehrere fachkundige Blicke aus verschiedenen Perspektiven dazu, dass Taten aufgedeckt und Kinder wirksam geschützt werden können“.

Infos zum Angebot der IeF gibt es auf www.lrasbk.de/ief oder telefonisch bei Ramona Götz unter 07721 – 913 7677.