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28.09.2022

Forschende Frauen - Gedenkveranstaltung für die verstorbene Bräunlinger Museumskuratorin Susanne-Huber-Wintermantel (1955-2021)

Anderthalb Jahre nach dem allzu frühen Tod der Bräunlinger Museumskuratorin Susanne Huber-Wintermantel im April 2021 luden die Institutionen, denen sie besonders verbunden war, Stadt und Kulturförderverein Bräunlingen, Baarverein und das Kreisarchiv des Landratsamtes Schwarzwald-Baar-Kreis am vergangenen Samstag zu einer Gedenkveranstaltung in die Brändbachhalle Unterbränd ein.

Vier Weggefährtinnen der Verstorbenen berichteten dabei aus ihren eigenen Forschungen und von gemeinsamen Erlebnissen und Erinnerungen. In einem sehr persönlich gehaltenen Vortrag sprach Dr. Anita Auer, Leiterin des Franziskanermuseums in Villingen-Schwenningen, über die Schwierigkeiten, die Frauen, die wissenschaftliches Forschen und Familie miteinander verbinden wollen, vor 30 Jahren und auch heute noch begegne(te)n, wozu nicht zuletzt die mangelhafte oder fehlende Bezahlung gehör(t)en. Sabine Heck, Oberkonservatorin am Badischen Landesmuseum Karlsruhe, befasste sich mit den Trachtendarstellungen des Malers Rudolf Gleichauf (1826–1896), der im Dienste der badischen Landesidentität auch in unserer Region nach „originalen“ Volkstrachten suchte und damit an der historischen Schnittstelle zur modernen Trachtenbewegung stand. Dr. Ute Seidel, Landesamt für Denkmalpflege, stellte Verzierungen auf vorgeschichtlichen Keramikgefäßen vor, deren immer ähnliche Anordnung von Symbolen die Vermutung nahelegt, dass sie über den Schmuckcharakter hinaus für die zumeist weiblichen Töpferinnen eine tiefere Bedeutung besaßen. Dr. Johanna R. Regnath vom Alemannischen Institut ging schließlich der Geschichte des Gartenbaus nach und unterstrich dabei die Erkenntnis, dass Feld- und Gartenbau bis ins 18. Jahrhundert hinein eine Angelegenheit beider Geschlechter war und erst mit der danach einsetzenden Professionalisierung zu einer Männerdomäne wurde. So unterschiedlich alle vier Vorträge inhaltlich auch waren, unterstrichen sie doch, dass sowohl für Frauen in der Forschung als auch für Forschung über Frauen noch vieles zu tun bleibt.

Grußworte von Bürgermeister Micha Bächle, Kreisarchivar Clemens Joos und Gerrit Müller vom Baarverein sowie eine Filmvorführung von Christof Reiner würdigten das Wirken von Susanne Huber-Wintermantel für die Stadt, das Kelnhofmuseum, den Baarverein und die ganze Region. Es gelte nun, so die Organisatorin Evelyn Mrohs-Ketterer, die „Begegnungen mit dem Herzen“ mit Susanne Huber-Wintermantel dankbar zu bewahren und, so fügte Kreisarchivar Clemens Joos an, das Vermächtnis, das sie hinterlassen hat, anzunehmen und fortzuführen, damit auf die Leerstelle, die ihre Person hinterlassen hat, nun nicht auch eine Leerstelle in der Sache folgt.