Geschichte, Wissenswertes, Statistik

Sie möchten sich über unseren Landkreis informieren?

Auf den folgenden Seiten finden Sie Interessantes aus den Bereichen Geschichte und Statistik. Außerdem haben wir für Sie eine Bibliografie mit den wichtigsten Werken über unser Kreisgebiet zusammengestellt. Sie interessieren sich für die Veröffentlichungen des Landkreises? Dann greifen Sie am besten zu unserem Kreisjahrbuch, dem Almanach, oder zu einer unserer Broschüren.

Statistisches

Geografie                                                                                                  

Fläche: 1.025,24 km²                                                                                     
Höchste Erhebung: Rohrhardsberg 1.164 m                                                            
Tiefster Punkt: Himmelreichkurve 470 m
Größte Ausdehnung: Nord Süd 54 km, West-Ost 42 km
Flächennutzung (Stand 2013):
Wald: 45,8 %
Landwirtschaftliche Fläche: 41,5 %
Siedlungs- und Verkehrsflächen: 11,5 %
Wasserflächen und Ödland: 0,7 %
Übrige Nutzungsarten: 0,5 %                                                                                                  

Demografie (Stand 2015):
Bevölkerungsdichte: 204 Einwohner je km²
Einwohner insgesamt: 209.648
Frauen: 50,7 %
Männer: 49,3 %

Einwohner (Stand 2015)
Villingen-Schwenningen: 84.674  
Donaueschingen: 21.746
Bad Dürrheim: 12.896
St. Georgen: 12.838    
Blumberg: 9.975
Furtwangen: 9.091                                                                   
Hüfingen: 7.583
Königsfeld: 5.945
Niedereschach: 5.887
Bräunlingen: 5.752
Brigachtal: 5.013
Triberg: 4.787
Schonach: 4.009
Vöhrenbach: 3.823
Dauchingen: 3.649
Mönchweiler: 2.960
Tuningen: 2.936
Unterkirnach: 2.534
Schönwald: 2.380
Gütenbach: 1.170

Altersstruktur (Stand 2013):
0 bis unter 18 Jahre: 16,8 %
18 bis unter 29 Jahre: 14,2 %
30 bis unter 49 Jahre: 25,5 %
50 bis unter 64 Jahre: 21,8 %
über 65 Jahre: 21,7 %

Religionszugehörigkeit
Katholisch: 45,3 %
Evangelisch: 26,2 %
sonstige: 27,5 %

Allgemeinbildende Schulen                                                                  
Grundschulen: 53                               
Werkreal- / Hauptschulen: 20
Sonderschulen: 15
Realschulen: 11
Gymnasien: 9
Waldorfschule: 1
Gemeinschaftsschulen: 5
Berufliche Schulen: 10
Berufliche Gymnasien: 11

Verkehr
Kreisstraßen: 306 km
Landesstraßen: 199 km
Bundesstraßen: 165 km
Autobahn (A 81 und A 864): 33 km
Fahrzeugbestand am 31.12.2014
Zugelassene Fahrzeuge insges.: 166.188
Krafträder: 12.746
Personenkraftwagen: 119.989
Omibusse: 144 
Lastkraftwagen: 6.520
Zugmaschinen: 7.085
Übrige Kraftfahrzeuge: 1.395
Anhänger: 18.309

Die Quellen im Landkreis

An was denken wir, wenn wir den Begriff „Schwarzwald“ hören? An Mittelgebirgslandschaft mit großen Wäldern, tiefen Tälern, den typischen Schwarzwaldhöfen mit den weit heruntergezogenen Dächern. Und bei dem Begriff „Baar“? Wer hier lebt, kennt die Baar als Landschaftsbezeichnung. Hinterfragt haben diesen Begriff aber nur wenige. Dabei lohnt sich der Blick in die (Sprach-) Geschichte, denn „Baar“ heißt Land der Quellen!

Die Baar-Hochmulde ist ein naturräumlich begünstigtes Gebiet, das dank seines großen Wasserreichtums gute Lebensbedingungen bietet. Kein Wunder, dass sich Menschen zunächst eher hier ansiedelten als im hohen Schwarzwald oder auf den trockenen Höhen der Schwäbischen Alb. Gleichzeitig war die Baar-Landschaft ein günstiges Durchzugsland, nicht erst in Zeiten der Völkerwanderung. Wasser sichert Überleben, Wasserläufe geben Orientierung. Archäologische Funde liefern Belege für eine frühe Besiedlung unseres Heimatraumes. Sprachforscher haben herausgefunden, dass das Wort „Baar“ auf eine uralte Sprachwurzel zurückgeht, nämlich auf das indogermanische bzw. vorkeltische „bher“, was so viel heißt wie Quelle – und so ist ganz authentisch belegt, daß die Baar schon in frühester Zeit als ein Land der Quellen bekannt war.

Wo die Donauquelle wirklich liegt – diese sei Furtwangen und Donaueschingen gleichermaßen gegönnt. Bedeutend ist die Donau selbst – sie ist nach der Wolga der zweitlängste Strom Europas.

Die Historische Donauquelle im Schlosspark der Fürsten zu Donaueschingen ist eine der bekanntesten und schönsten in Deutschland bzw. im Schwarzwald-Baar-Kreis. Ihr Pendant im ehemals württembergischen Teil des Landkreises ist die Quelle des Neckars. Der Name „Neckar“ heißt soviel wie „Wasser“ oder „Quelle“ Er stammt dem ureuropäischen Wort nik ab, welches "losstürmen" bedeutet. Die Entwicklung des Namens beginnt zu vorchristlicher Zeit mit der Bezeichnung Nikros, welche über Nicarus und Neccarus zu Necker und letztendlich zum heutigen Neckar wurde. Neben dem Neckarursprung im Schwenninger Moos gibt es noch den historischen Quellstein im früheren Schwenninger Stadtpark auf der Möglingshöhe und die neugefasste Quelle beim Möglingssee – beide auf dem Landesgartenschaugelände. Als größter Nebenfluss des Rheins in Baden-Württemberg durchströmt der Neckar beinahe das gesamte Bundesland. Er ist bundesweit der viertgrößte Zufluss des Rheins sowie der zwölftlängste Fluss in ganz Deutschland.

Neben diesen bietet unser Quellenland Schwarzwald-Baar-Kreis noch eine ganze Reihe kleinerer Quellen, die von eher regionaler Bedeutung sind: Brigach und Breg, die nach dem alten Kinderspruch die Donau zuweg bringen, doch würden Sie auf Anhieb die Quellen der Gutach, der Elz und der Schiltach finden?

Während die Donau mit ihren Quellflüssen Brigach und Breg ihre Wasser Richtung Osten zum Schwarzen Meer schickt, gehören der Neckar, die Gutach, die Elzach und auch die Schiltach zum Einzugsgebiet des Rheins – dessen Mündung den Übergang zur Nordsee und damit zum Atlantik markiert. Verbinden wir alle Punkte in unserem Kreisgebiet, an denen sich Regentropfen entscheiden müssen, ob sie Richtung Rhein oder Richtung Donau fließen, bilden diese Punkte eine Linie, die das gesamte Kreisgebiet durchzieht – unter dem Namen „Europäische Hauptwasserscheide“ oder „Europäische Kontinentalwasserscheide“ lässt sie sich durch das gesamte europäische Festland verfolgen.

Geschichte des Landkreises

So wie dem Wanderer im Quellenland plötzlich aus dem Waldesdunkel immer wieder einmal unvermutet glitzernde Wasser entgegengurgeln, so verhält es sich auch mit der frühesten Geschichte dieses Landstrichs. Einige überraschende Funde erhellen schlaglichtartig eine noch immer epochenweise im Dunkeln liegende Ur- und Frühgeschichte, deren erste Spuren über 5.000 Jahre zurück reichen.

Schon die Menschen der Jungsteinzeit schätzten die von vielen fischreichen Wassern durchzogene und wildreiche Vorbergzone des Schwarzwaldes, wie unweit des Neckarursprungs am Rande des Schwenninger Mooses entdeckte bandkeramische Scherben und Gebrauchsgegenstände vermuten lassen. Für diese Zeit hat auch ein Fund in einem verlandeten See aus der Schwenninger Seenstraße einen ersten archäologischen Höhepunkt beschert. Man fand das Skelett eines Ur- oder Auerochsen, den vor etwa 5.000 Jahren der Pfeil eines Jägers getroffen hatte. 3 cm war die Pfeilspitze, ein Mikrolith, in den Schulterknochen eingedrungen, was von der Gefährlichkeit dieser rustikalen Waffe und der frühen Besiedlung dieses Feuchtgebietes zeugt.

Das Kreisgebiet wurde nach dem 1. Jahrtausend v. Chr. zum Kernbereich der keltischen, nordwestalpinen Hallstatt-Kultur. Die bis heute noch in den Wäldern ruhenden oder auf der Baar zu erkennenden weitgehend unerforschten, zahlreichen Grabhügel, soweit nicht der Hügelgräberbronzezeit (ca. 1700 bis 1250 v. Chr.) zuordbar,  und geheimnisvolle Wall- und Befestigungsanlagen künden von der Besiedlung durch die Kelten ab etwa der Mitte des 8. Jh. v. Chr., die mit dem Fürstengrab Magdalenenberg nahe Villingen eines der herausragendsten Zeugnisse keltischen Lebens in Mitteleuropa oder mit Laubenhausen bei Hammereisenbach vielleicht eine geheimnisvolle Großsiedlung hinterlassen haben. Die neueste Forschung schließlich könnte zu dieser Zeit im Landkreis gar eine Sensation bereithalten. Der von Herodot erwähnte keltische Ort „Pyrene“ soll sich auf Pfohren beziehen, das damit der älteste schriftlich erwähnte Ort nördlich der Alpen wäre.

Der früheste schriftliche Beleg dafür, dass der Landkreis schon in der Antike als das Quellenland angesehen wurde, findet sich in der Bemerkung des Geographen Strabon, dass  Tiberius, Adoptivsohn des Augustus und Kopf einer römischen Heeresgruppe, im Jahre 15. n. Chr. die Quellen der Donau (Istros) gesehen habe.

Die durch die Römer erfolgte Durchdringung und Erschließung des Gebietes mit Kastellen wie in Hüfingen, Straßen gar über den Schwarzwald, dann landwirtschaftlichen Gehöften (Villa rustica) und die gelegentlich bei Bauarbeiten und Grabungen zutage tretenden, in frischen Farben leuchtenden Wandbemalungen der in der Völkerwanderungszeit nach 263 n. Chr. zerstörten Wohnanlagen lassen ein dicht besiedeltes römisches Quellenland vermuten. Auch die Römerzeit hat den Nachkommen zuletzt noch einmal ein Schlaglicht hinterlassen. So zählt das Liebesgedicht des 368 n. Chr. mit Kaiser Valentinian letztmalig an die obere Donau vorgestoßenen Dichters Ausonius an die wohl im heutigen Landkreis erbeutete und später geehelichte Alemannin Bissula zur Weltliteratur.

Die meisten Orte der nach 263 n. Chr. in großer Zahl eingedrungenen Alemannen, die ab dem 7. Jh. unter die Herrschaft der Merowinger gerieten und Teil des Frankenreiches wurden, haben bis heute überdauert. Namentlich und mit Erstnennung nachweisbar sind sie vielfach im Urkundenbestand des Kloster St. Gallen. Andere frühe Ortsnennungen finden sich in den Dokumenten weiterer großer südwestdeutscher Klöster, des Bistums Konstanz und schließlich der Fürsten zu Fürstenberg.

Die Nachfahren der durch prächtige Funde heute als mächtig und einflussreich zu identifizierenden alemannischen Familien und ihre Machtzentren mögen dann wohl, nach der Verwüstung des Landes durch die ungarischen Steppenreiter 925 n. Chr., zu jenen Städten und Gemeinden des heutigen Quellenlandes geworden sein, die sich im frühen Mittelalter als burgenbewehrte Zentralorte entstehender Kleinterritorien oder regionale und städtische Verwaltungs- und Militärstützpunkte großer Herrschaftsgeschlechter wie der Zähringer präsentieren.   

Ab der Jahrtausendwende, fächert sich das heutige Kreisgebiet in eine Vielzahl von Kleinstherrschaften auf, in denen sich in buntem Gemenge älterer Besitz und Rechte von Königtum, Orden, Städten und Adelsfamilien finden. Bis heute kulturell und Verwaltungsgrenzen dabei bestimmend ist, dass sich im Zentrum des heutigen Landkreises das Fürstentum Fürstenberg und das Haus Habsburg als zentrale Mächte herausbildeten, wohingegen sich in den Randbereichen klösterliche und niederadelige Gebiete mit größeren Territorial- oder Stadtherren, später auch vermögenden Bürgern oder Institutionen, abwechselten.

Im Süden des Kreises gehörte Kommingen den Reichsfürsten von Auersperg, Nordhalden und Epfenhofen der Deutschordenskommende Mainau, die Stadt Schaffhausen beanspruchte Rechte im heutigen südlichen Kreisgebiet,  Achdorf und Fützen zählten zur Fürstabtei St. Blasien, das Kloster St. Peter besaß die Grundherrschaft Neukirch bei Furtwangen, das Waldkircher St. Margarethenkloster diejenige über Gütenbach und Rohrbach. Hier aber begann auch bereits das Regnum des Hauses Habsburg. Von Furtwangen bis Gremmelsbach zog sich dieses vorderösterreichische Amt, dessen Verwaltungssitz das 1355 durch Kauf an Österreich gelangte Triberg trotz seines Kümmerdaseins mit 1525 kaum 20 Häusern war.

Herausragendster Besitz des Hauses Habsburg war jedoch Villingen. Das Gebiet der 999 n. Chr.  mit Markt-, Münz- und Zollrecht versehenen Zähringerstadt war früh besiedelt. Nach kurzem Intermezzo als staufische Reichsstadt gelangte Villingen erst in die Hand der Fürstenberger und schließlich 1326 für 479 Jahre an das Haus Österreich. Neben Villingen ist es noch die etwa 30 km südwestlich gelegene, 1415 für zehn Jahre reichsfreie einst zähringische Stadt Bräunlingen, welche in der Vergangenheit seit 1305 das vorderösterreichische Leben in der Region vertrat.

Größeres historisches Gewicht besitzen jedoch die mit der Landgrafschaft in der Baar als wichtigstem Legitimationstitel versehenen Fürstenberger. Sie  konnten zwar außerhalb der Baar ihr zähringisches Erbe abrunden, verloren hingegen 1305 Bräunlingen und 1326 Villingen an das Haus Habsburg. Von diesen Verlusten konnten sich die 1664 in der Heiligenberger Linie gefürsteten Grafen nicht mehr richtig erholen und erst einträgliche kaiserliche Dienste, glückliche Heiraten und Erwerbungen vom 14. bis 16. Jahrhundert schufen wieder eine gewisse Stabilität. Zentrum des am Ende als Konglomerat von Herrschaften, Vogteien und Ämtern dem Reichsende entgegen gehenden Territoriums wurde das 1488 erworbene und erst 1716 zum Hauptsitz der Familie erklärte,  mit repräsentativem Schloss und weiteren Bauten versehene Donaueschingen, dessen Residenzcharakter bis zum heutigen Tage unübersehbar ist.  

Während das 1244 als Verwaltungs- und Wirtschaftsort im oberen Bregtal errichtete Vöhrenbach dem Haus rasch entglitt, blieb die 1620 erkaufte Amtsstadt Hüfingen bis zum Ende des Alten Reiches in fürstenbergischem Besitz und wurde zu einem durch bürgerliche Kunst und Kultur geprägten Beamten- und Verwaltungsstädtchen mit teilweise landesweiter Ausstrahlung. Die noch südlicher gelegene Amtsstadt Blumberg erlebte nur im 17. und 18. Jahrhundert durch den Erzabbau eine kurze Blüte. Hier wurden übrigens erstmalig zum Transport des Erzes Kamele eingesetzt.  

Im Unterschied zur südlichen Baar, wo sich das kleinadelige Element neben den klösterlichen Herrschaften lange erhalten hat, verschwanden die weltlichen Kleinstherren im nördlichen Kreisgebiet rascher. Beherrschend auf der Schwarzwaldhöhe war lange  das 1084 gegründete Kloster St. Georgen. Aus dessen nördlichen Besitzteilen schuf das seit dem 16. Jh. vordrängende Herzogtum Württemberg das fast bis an die Tore Villingens reichende (evangelische) Klosteramt St. Georgen. Auf diesem württembergisch-protestantischen Boden erbauten 1806 die Anhänger des Grafen Zinzendorf das bis heute durch das klassizistische Zentrum und das Schulwerk der Brüder-Gemeine geprägte Königsfeld. 

Wo im Westen die Fürstenberger bei niederadligen Ortschaften nicht zugriffen, erschien hie 1377 hie 1444 das Wappenschild mit den drei Geweihen in Öfingen, Oberbaldingen, Sunthausen oder Tuningen. Zu diesen weiteren württembergischen Erwerbungen gehört auch das später zum bedeutenden Industriestandort und 1907 zur Stadt gewordene Schwenningen, wohingegen das nahe Mühlhausen erst 1803 hinzukam.

Ein guter Teil der östlich und nordöstlich vom einstigen St. Georgener Gebiet liegenden kleinen Ortschaften – Fischbach, Niedereschach, Dauchingen, Weilersbach, Mühlhausen  - fielen als Konkursmasse des untergehenden Rittertums an die Reichsstadt Rottweil, deren Bruderschaft oder Bürger. Die Johanniter schließlich kamen zu größeren  Besitzungen in der Nord- und Ostbaar. Von ihrer 1257 gegründeten Komturei am Villinger Bickentor aus erwarben sie zumeist von Villinger Patriziern die Ortsherrschaften in Neuhausen, Obereschach, (Bad) Dürrheim und Weigheim, doch auch einigen Besitz in Grüningen. 

In der Neuordnung der napoleonischen Zeit und kurz darauf des Großherzogtumes Baden 1806 verschwanden die alten Rechts- und Territorialverhältnisse. Über das Quellenland legte der badische Staat ein Netz von Bezirksämtern, die im Großen und Ganzen überkommene Territorialgrenzen respektierten. Verwaltungsreformen haben auch hier noch einmal abgerundet und reduziert, so dass am Ende, nach 1939, die Landratsämter Donaueschingen und Villingen fast den ganzen heutigen, am 1.1.1973 ins Leben getretenen Schwarzwald-Baar-Kreis verwalteten. Kennzeichnend für die letzten 150 Jahre ist eine durchgreifende Modernisierung der Infrastruktur insbesondere auf den Gebieten des Schulwesens und des Verkehrs (z.B. Schwarzwaldbahn), eine kulturelle Entwicklung mit der Entstehung von fördernden Zusammenschlüssen und Instituten, sowie einer rasch aufkommenden Uhrenindustrie mit verwandten oder zuliefernden Industriezweigen.  Die in den ersten Jahrzehnten des 20. Jh. errichteten Garnisonen in Villingen und Donaueschingen waren städtebaulich und sozial prägend. Die auf vielerlei Weise zerstörend wirkende, verheerende Episode des Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg mit seinen bis auf ganz wenige Ausnahmen im Vergleich moderaten Zerstörungen unterbrachen die Entwicklung des  Quellenlandes. Neubeginn und Aufschwung folgten den großen Linien der (west-)deutschen Nachkriegsgeschichte, begleitet von dem Neuerstarken der Uhren(groß)industrie.

Eine sozialgeschichtliche Ausnahme bildet hierbei das im Nationalsozialismus zu einem erratischen Block in der Geschichte des südlichen Baden-Württemberg gewordenen Blumberg. Durch forcierten Abbau der Doggererze an den Hängen und dem Aufbau einer Bergarbeitersiedlung, zuletzt Rüstungsindustrie für 10.000 Menschen aus dem ganzen Deutschen Reich  verlor der alte Baar-Ort sein vertrautes Gesicht und die regionale Verwurzelung. Jahrelange Bemühungen, vor allem in den letzten Jahrzehnten, haben jedoch Stadt und Umland ausgesöhnt und städtebaulich beachtliche und zukunftsweisende Akzente gesetzt.

Seit dem Entstehen des Quellenlandkreises Schwarzwald-Baar-Kreis 1973 und bis vor etwa 10 Jahren ist vor allem Wirtschafts- und Städtebaugeschichte sowie Gesundheitsgeschichte und Bildungsgeschichte  geschrieben worden. Die Landwirtschaft durchlebt bis heute einen Konzentrations- und Modernisierungsprozess mit ökologischen Komponenten.

Aus der in den 1970er Jahren zusammengebrochenen Uhrenindustrie entstand am Ende durch Diversifizierung und Neubeginn ein breites Spektrum an Hochtechnologieunternehmen und mittelständischen Marktführern. Fachhochschulen siedelten sich an und veränderten die Bildungslandschaft. Mit der nach 1989 begonnenen Aufgabe weiter Kasernenbereiche vor allem in Villingen oder der Neubebauung und Umwidmung von Industriebrachen begann eine städtebauliche Wandlung, die mit der Landesgartenschau 2010 eine vorläufigen Abschluss bildet. 

Überall im Kreisgebiet veränderte sich zudem der in den 1960er Jahren entstandene für den Landkreis bedeutende Wirtschaftszweig des Kur- und Bäderwesens. Gesundheitsreform, demographischer Wandel und veränderte Lebensgewohnheiten haben hier eine Umformung hin zu einer entsprechenden Tourismuswirtschaft und Angeboten an angepassten Lebens- und Aufenthaltsformen für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen angestoßen, die in ihren Auswirkungen erst in den kommenden Jahren sichtbar werden.

Das Wappen des Schwarzwald-Baar-Kreises

Das von Prof. Klaus Schnibbe aus Furtwangen entworfene Wappen wurde dem bei der Landkreisreform von 1973 neu geschaffenen Schwarzwald-Baar-Kreis am 7. Juni 1974 vom Innenministerium Baden-Württemberg verliehen.
Es bildet eine Kombination der Schildteilungen der ehemaligen Stadtwappen der Städte Villingen (gespalten von rot und blau) und Schwenningen (geteilt von blau und silber), sowie des Wappens der Stadt Donaueschingen (geteilt von silber und blau). Der Adler ist das Wappentier der Zähringer, welche bis zum 12. Jahrhundert den überwiegenden Teil des heutigen Kreisgebietes beherrschten und die bis 1218 hier den Bau der Stadt Villingen am Rande des gleichnamigen Dorfes vorantrieben. Nachkommen und Nachfolger auf der Baar waren die Grafen von Fürstenberg (später Fürsten zu Fürstenberg), die bis heute den Adler in ihrem Wappen führen. Auch die Stadt Villingen führte einen Adler (rot, gold bewehrt) in ihrem Wappen. Die beiden blauen Felder kann man als Symbole nehmen für die im Kreisgebiet entspringenden beiden großen Flüsse Donau und Neckar und ebenso für die zahlreichen bekannten Schwarzwaldflüsse hier überhaupt. Das silberne "bare" Feld steht für die Hochebene der Baar.

Geviert von Silber und Blau, im Ersten Feld ein blau bewehrter und gezungter roter Adler.

40 Jahre Schwarzwald-Baar-Kreis

40 Meilensteine - Ein Landkreis im Spiegel seiner Geschichten

Im Jahr 2013 feierte der Schwarzwald-Baar-Kreis sein 40-jähriges Jubiläum. Die Festbroschüre gibt einen Überblick von den Anfängen des neu gebildeten Kreises bis in die heutige Zeit.

Hier geht es zum ePaper 40 Jahre Landkreis Schwarzwald-Baar

Partnerschaft mit dem Komitat Bács-Kiskun, Ungarn / Partnerkapcsolat Bács-Kiskun megyéval, Magyarországgal

Partnerschaft mit dem Komitat Bács-Kiskun, Ungarn

Kontakte zwischen dem Schwarzwald-Baar-Kreis und dem Komitat Bács-Kiskun (ein Verwaltungsbezirk zirka 80 km südlich von Budapest, in etwa vergleichbar einem Landkreis) bestehen seit Herbst 1995. Ausgangspunkt war ein Schüleraustausch der Landesberufsschule für das Hotel- und Gaststättengewerbe im Stadtbezirk Villingen mit der Hotelfachschule in Kecskemét, der "Hauptstadt" und gleichzeitig dem Verwaltungssitz des Komitates. Die freundschaftliche Verbindung zwischen dem Schwarzwald-Baar-Kreis und dem Komitat wurden durch die feierliche Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde am 24. Mai 1996 besiegelt. 

Die Partnerschaft mit dem Komitat Bács-Kiskun bedeutet für den Schwarzwald-Baar-Kreis sehr viel, ist sie doch neben den intensiven Kontakten zu den schweizerischen Nachbarn die einzige Partnerschaft des Landkreises. Vielfältige Kontakte auf den Gebieten Kunst und Kultur, Bildung und Schule, Jugendbegegnungen und Wirtschaft zeigen, dass die Partnerschaft von vielen Menschen im Landkreis und dem Komitat getragen wird.  

Im Juni 2016 feierte der Schwarzwald-Baar-Kreis gemeinsam mit dem Komitat Bács-Kiskun das 20-jährige Bestehen der Partnerschaft, in Ungarn. Aus diesem Anlass überreichte Landrat Sven Hinterseh bei einem offiziellen Festakt auf dem Schloss Hajós, ein Kunstwerk an Präsident László Rideg. Das Kunstwerk wurde von dem Künstler Zeljko Rusic aus Königsfeld erstellt und steht symbolisch für die Partnerschaft. Über die Erstellung des Kunstwerkes hat das Kreismedienzentrum des Schwarzwald-Baar-Kreises, folgenden Film gedreht.


Partnerkapcsolat Bács-Kiskun megyéval, Magyarországgal 

A kapcsolat Fekete.Erdö járás és Bács-Kiskun megye között (ez egy közigazgatási egység, mely kb. 80km-re délre található Budapesttöl, és a járáshoz hasonlítható) 1995 ösze óta létezik. A kiindulópont egy diákcsere program volt, a Villingen városrészi Tartományi Hotel-és Vendéglátóiprai Szakiskola valamint a kecskeméti Idegenforgalmi Szakközépiskola között, Kecskemét központja és közigazgatási székhelye a megyének. A baráti kapcsolat fekete-Erdö és Bács-Kiskun megye között az 1996 május 24-i ünnepélyes partenerkapcsolati oklevél aláírásával vette kezdetét. 

Ez a partnerkapcsolat Bács-Kiskun megyével nagyon sokat jelent a Fekete-Erdö járásnak, mivel a svájci kapcsolatokon túl, ez az egyetlen intenzíven müködö kapcsolata a járásnak.

Ez a sokrétü kapcsolat a müvészetek és a kultúra, a képzések és iskolák, fiataltalálkozók és a gazdaság terén úgy mutatkozik meg, hogy mind a járásból, mind pedig a megyéböl nagyon sok ember foglalkozik müködésével.

Literatur zum Schwarzwald-Baar-Kreis

Bibliographie:

  • Schwarzwald-Baar-Jahrbuch, Almanach, Schwarzwald-Baar-Kreis (Hrsg.), 1977 bis heute
  • Karin Gessler, Jörg Becker, Die Region erleben: Schwarzwald-Baar-Heuberg. Ein Führer zu Kultur, Geschichte und Natur, Silberburg-Verlag, Tübingen, 2006
  • Joachim Sturm, Vom Bezirksamt zum Landratsamt. Der lange Weg hin zur Gründung des Schwarzwald-Baar-Kreises. In: Almanach 98. Heimatjahrbuch Schwarzwald-Baar-Kreis, Villingen, 1997, S.6-12 
  • Joachim Sturm, Die Entwicklung des Kreisgebietes von den letzten Jahren des Alten Reiches bis zum Schwarzwald-Baar-Kreis 1973, in: Geschichts- und Heimatverein Villingen, Jahresheft XVII 1992/93, S.32-41.
  • Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden, Band VI, Regierungsbezirk Freiburg, Verlag Kohlhammer, Stuttgart, 1982
  • Erna Huber, Vom Schwarzwald zur Baar. Kunst- und Geschichtsstätten im Schwarzwald-Baar-Kreis, Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen, 1978
  • Der Landkreis Schwarzwald-Baar, Dr. Rainer Gutknecht (Hrsg.), Konrad Theiss Verlag, Stuttgart und Aalen, 1977
  • Max Rieple, Schwarzwald-Baar, Mosaik einer Landkreises,  Konrad Theiss Verlag, Stuttgart, 1975
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