Behindertenbeauftragter

Manfred Kemter ist seit dem 1. Februar hauptamtlicher Behindertenbeauftragter des Schwarzwald-Baar-Kreises. Von Montag bis Donnerstag können ihn Ratsuchende zwischen 8.30 und 11.30 Uhr, sowie nach Vereinbarung, im Landratsamt VS-Villingen antreffen.  

Bereits seit Januar 2012 war Manfred Kemter ehrenamtlich als Behindertenbeauftragter für den Schwarzwald-Baar-Kreis tätig. Im Rahmen dieser Aufgabe hielt er Vorträge, war auf verschiedenen Veranstaltungen präsent und Ansprechpartner für Ratsuchende. Manfred Kemters ehrenamtlicher Einsatz fand hohe Anerkennung, insbesondere sein Engagement für die Barrierefreiheit ist dabei hervorzuheben. Sein Einsatz wurde schließlich so umfangreich, dass die ehrenamtliche Form des Amtes nicht mehr ausreichte. Nach dem Landes-Behindertengleichstellungsgesetz (L-BBG) besteht seit Jahresbeginn die Verpflichtung, die Stelle eines Behindertenbeauftragten einzurichten. Dieser Regelung kam der Landkreis bereits durch den ehrenamtlichen Einsatz von Manfred Kemter nach. Seine jetzige hauptamtliche Ausübung der Aufgabe des Behindertenbeauftragten stellt nun eine Verstetigung dar. Der Behindertenbeauftragte nimmt die Funktionen eines ständigen Sachverständigen und Ombudsmann wahr. Darüber hinaus wird ihm ein Teilnahmerecht an allen Rats-und Ausschusssitzungen zugestanden, sowie ein Frage-, Rede- und Antragsrecht eingeräumt. 

Manfred Kemter freut sich über seine neue hauptamtliche Aufgabe: „Zu meinen wichtigsten Aufgaben zählt unter anderem, dass ich dabei helfe, öffentliche Gebäude baulich und technisch so zu gestalten, dass sie barrierefrei werden. Außerdem setze ich mich dafür ein, dass die behindertengerechte Gestaltung der öffentlichen Verkehrsräume und Anlagen, die Barrierefreiheit im Verkehrswesen, insbesondere im ÖPNV und ebenso die Schaffung des behindertengerechten und bezahlbaren Wohnraums, vorankommt. Ferner möchte ich die praktische Umsetzung des Betreuungsrechts, soweit es behinderte Menschen betrifft, voranbringen.“ Bevor der 60-Jährige hauptamtlicher Behindertenbeauftragter wurde, arbeitete er für das Regierungspräsidium Freiburg, Außenstelle Donaueschingen, als EDV-Administrator. 

Aufgabenschwerpunkte

  • Individuelle Beratung behinderter Menschen und ihrer Angehörigen, Kontakt mit den zuständigen Behörden
  • Stellungnahmen zu Entscheidungen, die Menschen mit Behinderungen betreffen, für Politik und Verwaltung
  • Informationsaustausch mit beteiligten Einrichtungen, Ämtern, Verbänden und Einzelpersonen
  • Zusammenarbeit mit dem Behindertenbeirat und der Selbsthilfekontaktstelle des Gesundheitsamtes im Landratsamt, mit Seniorenräten im Schwarzwald-Baar-Kreis und anderen Gremien, die sich mit uns gemeinsam für die Rechte von Menschen mit Behinderungen einsetzen
  • Mitwirkung im Rahmen kommunaler Zukunftsplanung, insbesondere bei öffentlichen Bauten und Verkehrswegen
  • Öffentlichkeitsarbeit, Aktionen für Barrierefreiheit in Bevölkerung und Medien
  • Behindertenbeauftragte der Stadt- und Landkreise treffen sich zweimal jährlich zu einem Informations- und Erfahrungsaustausch mit dem Landesbehindertenbeauftragten Baden-Würrtemberg. Längerfristig wird angestrebt, dass es in möglichst vielen Gemeinden des Schwarzwald-Baar-Kreises Ansprechpartner für Menschen mit Behinderungen gibt. 

Aktivitäten

  • Aktionen zur Barrierefreiheit von Gebäuden, Verkehrsmitteln, Gebrauchsgegenständen, Informations- und Kommunikationssystemen
  • Barrierefreies Fahren mit Bus und Bahn
  • Initiativen für die Zugänglichkeit kultureller Einrichtungen
  • Barrierefreier Tourismus - beispielsweise in Hotels, Gaststätten, Einkaufsmöglichkeiten, Kommunikation, Sport, Freizeiteinrichtungen. 

Daten und Regelungen

Im Schwarzwald-Baar-Kreis leben rund 205 000 Menschen. Etwa jede/r siebte hat eine Behinderung. Etwa jede/r zehnte ist schwerbehindert – mehr als im Durchschnitt der Bevölkerung in Baden-Württemberg oder in der Bundesrepublik. Die Menschen im Südwesten unseres Landes leben am längsten von allen in Deutschland. Mit zunehmendem Alter wird der Anteil von Menschen mit Behinderung größer. 

Seit 2001 gibt es das Sozialgesetzbuch IX 'Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen' (SGB IX), dort heißt es: »Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als 6 Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist.« SGB IX, § 2, Abschnitt 1.

Das Gesetz regelt Leistungen und Zuständigkeiten für Menschen mit Behinderungen, mit dem Ziel der 'Selbstbestimmung und Teilhabe am Leben in der Gesellschaft'. 

Ähnlich das Landes-Behindertengleichstellungsgesetz aus dem Jahr 2005: »Ziel dieses Gesetzes ist es, die Benachteiligung von Menschen mit Behinderungen zu verhindern und zu beseitigen sowie die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Leben in der Gesellschaft zu gewährleisten, ihnen eine selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen und dabei ihren besonderen Bedürfnissen Rechnung zu tragen.« L-BGG, 1. Abschnitt, Allgemeine Bestimmungen, § 1 Gesetzesziel. 

footerpic