Hochwasserinformationen

Hochwasser ist häufig mit nachteiligen Folgen für Mensch und Sachgüter verbunden. Die Gefahren sind oft nicht leicht erkennbar, insbesondere dann, wenn das letzte Hochwasserereignis lange zurückliegt und in Vergessenheit geraten ist. Das Land Baden-Württemberg erstellt landesweit gemeinsam mit den Kommunen für alle relevanten Gewässer Hochwassergefahrenkarten (HWGK). Die HWGK zeigt die räumliche Ausdehnung und die Überflutungstiefen für Hochwasserereignisse mit hoher, mittlerer und niedriger Eintrittswahrscheinlichkeit. Diese Informationen sind besonders wertvoll bei der Planung neuer Baugebiete oder für die Eigenvorsorge.

Wissenswertes zum Projekt "Hochwassergefahrenkarte BW"

Darstellung: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft BW

Wie die Karte entsteht
Für die Erstellung der Hochwassergefahrenkarten (HWGK) benutzen Ingenieurbüros Geländemodelle, in denen der Hochwasserablauf simuliert werden kann. In den Modellen sind neben den Geländehöhen alle Bauwerke wie zum Beispiel Brücken, Wehre und bestehende Hochwasserschutzeinrichtungen enthalten, die den Abfluss beeinflussen können. Die simulierten Hochwasserabflüsse basieren auf speziellen hydrologischen Daten und Statistiken. Anschließend werden die berechneten Ergebnisse mit der Ortskenntnis und den Erfahrungswerten der Kommunen und den Landratsämtern abgeglichen und bei Bedarf korrigiert. 

Was die Karte zeigt
Die HWGK zeigt die Überschwemmungsflächen und –tiefen, wenn ein Fluss bei unterschiedlich wahrscheinlichen Hochwasserabflüssen über seine Ufer tritt. Weiterhin zeigt die Karte die bestehenden Hochwasserschutzeinrichtungen und die Einstau-Situation der Brücken bei einem 100-jährlichen Hochwasserereignis. Andere Ursachen von Überschwemmungen, wie wild abfließendes Oberflächenwasser bei Starkregen oder die Überlastung des Kanalsystems sind hierbei nicht berücksichtigt.

Mehr dazu unter dem Themenelement „Die eigene Hochwasserbetroffenheit prüfen“. 

Wie endgültig sind die Karten?
In den Hochwassergefahrenkarten wird der aktuell beste Kenntnisstand über die Hochwassergefahr bekanntgegeben. Es kann jedoch sein, dass nicht alle kleinräumigen Gegebenheiten in den Geländemodellen korrekt dargestellt sind. Außerdem können Bautätigkeiten, Hochwasserschutzmaßnahmen, Brücken oder andere Veränderungen des Geländes die Überschwemmungssituation verändern. Die Karten sollen daher alle sechs Jahre fortgeschrieben werden. Wenn im Zweifelsfall eine fachlich fundierte Überprüfung ergibt, dass die Überflutungsfläche größer oder kleiner ist, als in den Karten dargestellt, gelten die neueren (und besseren) Erkenntnisse. 

Der aktuelle Stand im Schwarzwald-Baar-Kreis
Im Schwarzwald-Baar-Kreis sind die Hochwassergefahrenkarten seit Ende Januar 2016 fertiggestellt. Nachdem die Karten zunächst lediglich über den Kartendienst des Landes online für jedermann abrufbar waren, liegen sie nun auch in der endgültigen Papierversion vor. Die fertiggestellten Karten wurden offiziell vom Landratsamt bekanntgemacht und ausgelegt. Die Papierversion der Karten kann seither bei den Gemeinden eingesehen werden. Mehr dazu unter dem Themenelement „Die eigene Hochwasserbetroffenheit prüfen“.

Rechtliche Bedeutung von Überschwemmungsgebieten

Darstellung: INFRASTRUKTUR & UMWELT (Heiland), 2013

Das Wissen um die Hochwassergefahr ermöglicht die Vermeidung von nachteiligen Folgen für Mensch, Umwelt, Kultur- und Wirtschaftsgüter. Dies mündet neben Vorsorgeempfehlungen in der Regel auch in gesetzliche Regelungen und Verbote.

Überschwemmungsgebiete – Festsetzung und Rechtswirkung

Nach aktuellem Recht gelten Gebiete, die statistisch einmal in 100 Jahren (HQ100) oder häufiger überschwemmt werden, ohne weiteren behördlichen Akt automatisch als festgesetzte Überschwemmungsgebiete (§ 65 WG). In den festgesetzten Überschwemmungsgebieten gelten diverse Verbote, beispielsweise dürfen keine baulichen Anlagen erstellt oder erweitert werden, kein Material aufgefüllt oder Mauern quer zur Fließrichtung bei Hochwasser errichtet werden (§ 78 Abs.1 WHG). Weitere Informationen hierzu finden Sie unter den Themenelementen „Konsequenzen für Bauwillige / Planer / Investoren“

Überschwemmungsgebiete nach Rechtsverordnung

Früher wurden Überschwemmungsgebiete formell durch die Behörde in einer Rechtsverordnung festgesetzt. Diese Überschwemmungsgebiete basieren auf tatsächlich stattgefundenen Hochwasserereignissen, die eventuell auch größer als ein 100-jährliches Hochwasser waren. Diese Rechtsverordnungen behalten insbesondere aus Vorsorgegründen weiterhin ihre Gültigkeit.

Überschwemmungsgebiete nach Hochwassergefahrenkarte

Im Schwarzwald-Baar-Kreis liegen für zirka 230 Gewässer-km aktuelle Hochwassergefahrenkarten vor. Die dargestellten Überschwemmungsflächen des HQ100 haben den Status eines festgesetzten Überschwemmungsgebietes. Wenn im Zweifelsfall eine fachlich fundierte Überprüfung ergibt, dass die Überflutungsfläche größer oder kleiner ist, als in den Karten dargestellt, gelten die neueren (besseren) Erkenntnisse. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter dem Themenelement "Wissenswertes zum Projekt Hochwassergefahrenkarte BW".

„Potenzielle“ Überschwemmungsgebiete

Nicht für alle Gewässer wurden vom Land Baden-Württemberg Hochwassergefahrenkarten gerechnet oder liegen Rechtsverordnungen vor. Im Zweifelsfall kann die Behörde die Ermittlung der Hochwassersituation vom Bauherrn fordern. 

Die eigene Hochwasserbetroffenheit prüfen

Für Bürgerinnen und Bürger, die in Gewässernähe wohnen oder bauen wollen, empfiehlt es sich, die eigene Gefährdungssituation zu kennen. Eventuell sind Maßnahmen zur Eigenvorsorge sinnvoll, oder auch bestimmte Verbote zu beachten. Zwei Karten müssen hierfür geprüft werden: die Überschwemmungsgebiete nach Rechtsverordnung und die Hochwassergefahrenkarten (siehe auch unter Themenelement "Rechtliche Bedeutung von Überschwemmungsgebieten". 

Wo man die Überschwemmungsgebiete nach Rechtsverordnung findet

Ob Ihr Grundstück innerhalb eines nach Rechtsverordnung festgesetzten Überschwemmungsgebiets liegt, können Sie bei Ihrer Gemeinde oder beim Landratsamt erfragen. Online können Sie diese Information außerdem unter den GEO-Infos -> „Wasserwirtschaft im Schwarzwald-Baar-Kreis“ auf der Landratsamts-Homepage abfragen.  

Wo man die Hochwassergefahrenkarte findet

Die Hochwassergefahrenkarten können bei den Gemeinden eingesehen bzw. erfragt werden. Die Karten im pdf-Format für Ihr Gemeindegebiet finden Sie unter dem Themenelement "Hochwassergefahrenkarten im pdf-Format". Die Karten können außerdem über den Kartendienst des Landes online abgerufen werden. Wählen Sie unter den Themen den Bereich Wasser -> Hochwasserrisikomanagement -> Hochwassergefahrenkarten. Dort haben sie die Möglichkeit, zwei Karten-Typen einzusehen: Überflutungstiefen und Überflutungsflächen.


Hochwassergefahrenkarte – Typ „Überflutungsflächen

Dieser Kartentyp stellt die Ausdehnung der Überflutung für unterschiedliche Jährlichkeiten dar. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Hochwasserschutzeinrichtungen planmäßig funktionieren (in der Regel sind die Schutzeinrichtungen auf ein 100-jährliches Hochwasser ausgelegt). Für die Berechnungen wurde angenommen, dass Brücken nicht mit Treibgut verstopfen. Brücken, die bei einem 100-jährlichem Hochwasser (HQ100) eingestaut sind, wurden mit einem roten Punkte gekennzeichnet. 

Beispiel: 

Hinweise:

Je dunkler das blau, desto häufiger die Überschwemmungswahrscheinlichkeit. Der „Geschützte Bereich bei HQ100“ (blau schraffiert) ist möglicherweise bei noch höheren Hochwasserabflüssen, z.B. bei HQextrem  und  bei Ausfall der Hochwasserschutzeinrichtung überflutet.


Hochwassergefahrenkarte – Typ „Überflutungstiefen“

Dieser Kartentyp stellt die Wassertiefe für unterschiedliche Jährlichkeiten dar. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Hochwasserschutzeinrichtungen planmäßig funktionieren (in der Regel sind die Schutzeinrichtungen auf ein 100-jährliches Hochwasser ausgelegt). Für die Berechnungen wurde angenommen, dass Brücken nicht mit Treibgut verstopfen. Brücken, die bei einem 100-jährlichem Hochwasser (HQ100) eingestaut sind, wurden mit einem roten Punkte gekennzeichnet.

Beispiel:

Hinweise:

Je dunkler der Farbton, desto höher ist die Überflutung für ein Hochwasser der ausgewählten Jährlichkeit.

Im „Druckbereich bei HQ100“ (rot schaffiert) kann es durch Grundwasser zu Vernässung kommen.


Jährlichkeiten

Unter der Jährlichkeit eines Hochwasserereignisses versteht man die unterschiedliche Eintrittswahrscheinlichkeit der Hochwasserabflüsse (HQ). Die Wahrscheinlichkeiten beruhen auf hydrologischen Statistiken.

  • HQ10:   das 10-jährliche Hochwasser bezeichnet ein Hochwasser das statistisch „einmal in 10 Jahren“ vorkommen kann.
  • HQ50:  das 50-jährliche Hochwasser bezeichnet ein Hochwasser das statistisch „einmal in 50 Jahren“ vorkommen kann.
  • HQ100: das 100-jährliche Hochwasser bezeichnet ein Hochwasser das statistisch „einmal in 100 Jahren“ vorkommen kann. Die Überflutungsausdehnung dieser Jährlichkeit entspricht dem festgesetzten Überschwemmungsgebiet, in dem rechtliche Vorgaben (siehe Themenelement "Rechtliche Bedeutung von Überschwemmungsgebieten") zu beachten sind.
  • HQextrem:  das Extremhochwasser simuliert den angenommenen schlimmsten Fall, bei dem ein sehr seltenes Hochwasser mit anderen Notfallsituationen kombiniert auftritt, wie z.B. Brückenverklausungen und Ausfall von Hochwasserschutzanlagen. 

Hochwasservorhersagen abrufen

Bilder: LUBW

Bei Hochwassergefahr ist der schnelle Zugriff auf Hochwasserdaten wichtig, um rechtzeitig alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Die Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) liefert die aktuellen Wasserstände, Abflüsse, Vorhersagen und Lageberichte über den Hochwasserverlauf. Die Daten werden im Routinebetrieb täglich, bei Hochwasser bis zu halbstündlich aktualisiert.

Mehr Informationen dazu finden sie in der Broschüre „Die Hochwasservorhersagezentrale der LUBW“.

Unwetterwarnungen und Lageberichte finden Sie zudem hier:

Wetterwarnungen

www.dwd.de

www.unwetterzentrale.de 

Videotext

Südwest-Text-Tafeln 800 - 809 (im Hochwasserfall stündlich aktualisierte Wasserstände von ausgewählten Pegeln) 

Telefonansage

0721 / 9804-61, -62, -63, -64, -65 (Pegelstände der HVZ und Tendenz, aktueller Lagebericht) 

Hörfunk

SWR1/SWR4 Baden-Württemberg (Lageberichte und Informationen zu den wichtigsten Pegeln nach Bedarf im Anschluss an die Nachrichten) 

Notrufe von Feuerwehr (112) und Polizei (110) sind keine Auskunftsstellen und dürfen nur zur Anforderung von Hilfeleistung genutzt werden, wenn Sie in Not geraten.

Konsequenzen für Hausbesitzer in Gewässernähe

Illustrationen: Wilf Papst (l. u. r.), Viega GmbH & Co. KG (Mitte)


Sind Sie als Hausbesitzer hochwassergefährdet (siehe Themenelement „Die eigene Hochwasserbetroffenheit prüfen“), können die Risiken für Menschenleben und Sachwerte durch geeignete Vorsorgemaßnahmen erheblich vermindert werden. Wichtige Fragestellungen sind: Welche Gebäudeteile und Stockwerke können überschwemmt werden? Mit welchem Wasserstand ist zu rechnen? Durch welche Öffnungen kann das Wasser eintreten? 

Vor dem Hochwasser

Bestehende Gebäude können durch den Einbau von Rückschlagklappen und mobilen Absperreinrichtungen gegen das Eintreten von Wasser durch Türen, Fenster und Kanalisation geschützt werden, das Aufschwimmen von Öltanks muss durch eine hochwassersichere Installation verhindert werden. Prinzipiell kann eine angepasste Nutzung von hochwassergefährdeten Gebäudeteilen und Stockwerken die schlimmsten Schäden verhindern.

Weitere Informationen zur Eigenvorsorge am Gebäude finden Sie in der Hochwasserschutzfibel. Einen guten Überblick zum Thema Eigenvorsorge bietet auch das Faltblatt des Umweltministeriums „Pflicht und Möglichkeit der Eigenvorsorge für den Hochwasserfall“.

Informationen und Beratung zur Zusatzversicherung gegen Hochwasserschäden (Erweiterte Elementarschadenversicherung) geben

Ein weiteres nützliches Vorsorgeinstrument ist der Hochwasserpass. Mit seiner Hilfe können sich Hausbesitzer ein Bild über ihre individuelle Gefährdungssituation machen, Gegenmaßnahmen ergreifen und dokumentieren. Lesen Sie mehr

Im Hochwasserfall

Bei Unwetterlagen sollten Sie sich frühzeitig über die zu erwartende Hochwassergefahr informieren. Das gibt Ihnen die Zeit sich ausreichend vorzubereiten. Die Informationsmöglichkeiten finden Sie unter dem Themenelement „Hochwasservorhersagen abrufen“. Informieren Sie auch Ihre Mitbewohner und Nachbarn. Im Hochwasserfall bringen Sie Kinder, Kranke und Senioren in Sicherheit und treffen Sie Vorkehrungen, um das Haus im Notfall schnell verlassen zu können.

Wichtige Tipps zum Verhalten in Notlagen gibt die Broschüre „Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen“. „Was tun, wenn Hochwasser droht“ hält für Sie eine Auflistung mit sinnvollen Maßnahmen bereit.

Nach dem Hochwasser

Sind durch ein Hochwasser Schäden entstanden, stehen zahlreiche Aufgaben an: der Abfall muss entsorgt und Räume wieder instandgesetzt werden. Eventuell ist auch die Gebäudestatik zu überprüfen. Wer eine Elementarschaden- oder Hausratsversicherung abgeschlossen hat sollte in jedem Fall zunächst seine Versicherung kontaktieren. Dokumentieren Sie Art und Umfang der eingetretenen Schäden durch Fotos, Wasserstandmarkierungen und das Aufbewahren beschädigter Wertgegenstände.

Konsequenzen für Unternehmen und kulturelle Einrichtungen in Gewässernähe

Sind Sie als Unternehmen hochwassergefährdet (siehe Themenelement „Die eigene Hochwasserbetroffenheit prüfen“), können die Risiken für Menschenleben und Sachwerte erheblich vermindert werden. Wichtige Fragestellungen sind: Welche Gebäudeteile und Stockwerke können überschwemmt werden? Mit welchem Wasserstand ist zu rechnen? Durch welche Öffnungen kann das Wasser eintreten? 

Vor dem Hochwasser

Wie auch beim Privatmann muss geprüft werden, wie das Risiko minimiert werden kann. Durch geeignete Maßnahmen, wie der Einbau von festen und mobilen Schutzeinrichtungen, kann das Eindringen von Wasser verhindert werden. Sachwerte sollten Hochwassersicher untergebracht werden. Wichtige Dokumente und Server verdienen einen hochwassersicheren Platz. Tanks sollten außerhalb des Hochwasserbereiches gelagert werden. Ist dies nicht möglich müssen sie gegen Aufschwimmen gesichert werden. Besonderes Augenmerk ist auf die Lagerung von umweltgefährdenden Stoffen zu lenken, die auf keinen Fall ins Wasser gelangen dürfen.

Weiterführende Informationen zur Hochwasservorsorge erhalten Sie in der Broschüre „Anforderungen an Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen“ des Umweltministeriums Baden-Württemberg.

Ein weiteres nützliches Vorsorgeinstrument ist der Hochwasserpass. Mit seiner Hilfe können sich Gewerbetreibende ein Bild über ihre individuelle Gefährdungssituation machen und Gegenmaßnahmen ergreifen und dokumentieren. Lesen Sie mehr

Im Hochwasserfall

Unternehmer oder Veranstalter tragen die Verantwortung für ihre Mitarbeiter und Besucher. Bei Unwetterlagen sollten Sie sich frühzeitig über die zu erwartende Hochwassergefahr informieren. Das gibt Ihnen die Zeit sich ausreichend vorzubereiten. Die Informationsmöglichkeiten finden Sie unter dem Themenelement „Hochwasservorhersagen abrufen“. Eine klare Entscheidungskette, Evakuierungspläne sowie Information und Schulung der Mitarbeiter sind je nach Gefährdungslage sinnvoll. Idealerweise werden die Aufgaben und Zuständigkeiten bei Hochwasser in die Betriebsanweisungen und Notfallpläne  integriert.

Nach dem Hochwasser

Sind durch ein Hochwasser Schäden entstanden, stehen zahlreiche Aufgaben an: nach der Prüfung von Anlagenteilen und der Dichtigkeit von Behältern mit umweltgefährdenden Stoffen beginnen Aufräum- und Instandsetzungsarbeiten. Eventuell ist auch die Gebäudestatik zu überprüfen. Dokumentieren Sie Art und Umfang der eingetretenen Schäden durch Fotos, Wasserstandmarkierungen und das Aufbewahren beschädigter Wertgegenstände und kontaktieren Sie Ihre Versicherung.

Konsequenzen für Bauwillige / Planer / Investoren

Darstellung: INFRASTRUKTUR & UMWELT


Bei Bauvorhaben in Gewässernähe kann durch die Kenntnis der Hochwassergefahr (siehe Themenelement „Die eigene Hochwasserbetroffenheit prüfen“) schon im Planungsstadium rechtzeitig Vorsorge getroffen werden. Unter Umständen ist eine Bebauung gar nicht zulässig oder nur unter bestimmten Auflagen. Außerdem darf generell im Gewässerrandstreifen (5 m im Innen- und 10 m im Außenbereich) nicht gebaut werden.

Bauvorhaben in festgesetzten Überschwemmungsgebieten

In festgesetzten Überschwemmungsgebieten (siehe Themenelement "Rechtliche Bedeutung von Überschwemmungsgebieten") ist das Bauen grundsätzlich verboten. Das Bauverbot gilt auch für Vorhaben in schon bestehenden Baugebieten und bei rechtskräftigen Bebauungsplänen. Ausnahmegenehmigungen sind unter Umständen möglich, jedoch nur unter strengen Voraussetzungen. Beispielsweise muss das entfallene Überschwemmungs-Volumen an anderer Stelle wiederhergestellt werden (Retentionsausgleich).

Das Faltblatt „Bauen bei Hochwasserrisiken und in Überschwemmungsgebieten“ kann Ihnen hier als erste Hilfestellung dienen. Weitere Infos geben die Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema „Bauen im Überschwemmungsgebiet“

Bauvorhaben in Gewässernähe ohne festgesetzte Überschwemmungsgebiete

Die Hochwassergefahrenkarten werden nur an größeren Gewässern erstellt. Für eine Vielzahl von kleinen Gewässern gibt es keine Information über die Hochwassergefahr. Aber auch dort gibt es für Bauwillige einiges zu beachten:

Weiterhin kann bei Bauvorhaben, die möglicherweise von einer Überflutung betroffen sein könnten, von den Behörden eine hydraulische Berechnung für das 100-jährliche Hochwasserereignis gefordert werden. Die ermittelten Überflutungsflächen wirken dann wie festgesetzte Überschwemmungsgebiete. 

Bauprojekte im Bereich eines HQextrem

In Gebieten, die erst bei einem extremen Hochwasser (HQextrem) überschwemmt werden, gibt es kein gesetzliches Bauverbot. Diese Bereiche sind in den Hochwassergefahrenkarten dargestellt. Da eine, wenn auch seltene, Hochwasserbetroffenenheit nicht auszuschließen ist, ist eine hochwasserangepasste Bauweise im eigenen Interesse sinnvoll. Ihr Architekt sollte Sie daher in Bezug auf Baumaterialien, Gebäudegründung, und Höhenlage von Gebäudeöffnungen entsprechend beraten. Weitere Informationen in der Broschüre „Hochwasser-Risiko-bewusst planen und bauen“.

Hochwassergefahrenkarten im pdf-Format

Hier finden Sie die Hochwassergefahrenkarten mit Darstellung der Überflutungsflächen und -tiefen im pdf-Format für die jeweiligen Gemeindegebiete. Für die Gewässer der Gemeinden Gütenbach, Mönchweiler und Königsfeld wurden keine Hochwassergefahrenkarten erstellt.

Bad Dürrheim

Betroffene Gewässer:            Stille Musel, Kötach
Karte Überflutungsfläche:      168048 168052 172048 172052 176052
Karte Überflutungstiefe:        168048 168052 172048 172052 176052 

Blumberg

Betroffene Gewässer:            Wutach, Aitrach, Schleifebächle (Mühlegraben), Hondinger Mühlbach,                                                    Kompromissbach, Kommenbach, Krottenbach
Karte Überflutungsfläche:      180048 184044 184048 184052 188048 
Karte Überflutungstiefe:        180048 184044 184048 184052 188048 

Bräunlingen

Betroffene Gewässer:            Breg, Brändbach (Röthenbach)
Karte Überflutungsfläche:      172044 176040 176044 
Karte Überflutungstiefe:        172044 176040 176044

Brigachtal

Betroffene Gewässer:            Brigach
Karte Überflutungsfläche:      168044 172044 172048 
Karte Überflutungstiefe:        168044 172044 172048

Dauchingen

Betroffene Gewässer:            Neckar
Karte Überflutungsfläche:      164048 
Karte Überflutungstiefe:        164048

Donaueschingen

Betroffene Gewässer:            Breg, Brigach, Donau, Stille Musel, Weiherbach (Wolfsbach),                                                                 Tössebach, Entenbach, Marbengraben
Karte Überflutungsfläche:      168048 172040 172044 172048 176044 176048 176052 180048                                                     180052 
Karte Überflutungstiefe:        168048 172040 172044 172048 176044 176048 176052 180048                                                     180052

Furtwangen

Betroffene Gewässer:            Breg, Hintere Breg, Rohrbach
Karte Überflutungsfläche:      164032 164036 
Karte Überflutungstiefe:        164032 164036

Hüfingen

Betroffene Gewässer:            Breg, Weihergraben (Kennerbach)
Karte Überflutungsfläche:      176044 176048 180044 
Karte Überflutungstiefe:        176044 176048 180044

Niedereschach

Betroffene Gewässer:            Fischbach, Glasbach, Eschbach, Badische Eschach, Kappeler Eschach
Karte Überflutungsfläche:      156044 156048 160044 160048
Karte Überflutungstiefe:        156044 156048 160044 160048 

St. Georgen

Betroffene Gewässer:            Brigach, Schiltach
Karte Überflutungsfläche:      156036 156040 160036 160040
Karte Überflutungstiefe:        156036 156040 160036 160040 

Schonach

Betroffene Gewässer:            Gutach, Schonach
Karte Überflutungsfläche:      156032 156036
Karte Überflutungstiefe:        156032 156036 

Schönwald

Betroffene Gewässer:            Gutach, Ortsbach
Karte Überflutungsfläche:      160032
Karte Überflutungstiefe:        160032 

Triberg

Betroffene Gewässer:            Gutach, Nussbach, Hintertalbach, Gremmelsbach, Schonach
Karte Überflutungsfläche:      152032 156032 156036 160032 160036
Karte Überflutungstiefe:        152032 156032 156036 160032 160036 

Tuningen

Betroffene Gewässer:            Sieblengraben, Kötenbach
Karte Überflutungsfläche:      168048 168052
Karte Überflutungstiefe:        168048 168052 

Unterkirnach

Betroffene Gewässer:             Brigach, Kirnach, Schlegelbach
Karte Überflutungsfläche:       160040 164040
Karte Überflutungstiefe:         160040 164040 

Villingen-Schwenningen

Betroffene Gewässer:            Neckar, Brigach, Kirnach, Krebsgraben, Ziegelbach, Warenbach,                                                            Kappeler Eschach, Weiherbach (Wolfsbach), Talbach
Karte Überflutungsfläche:      160044 164040 164044 164048 168040 168044 172044
Karte Überflutungstiefe:        160044 164040 164044 164048 168040 168044 172044 

Vöhrenbach

Betroffene Gewässer:            Breg, Vorderlangenbach, Urach, Hammerbach
Karte Überflutungsfläche:      164036 168032 168036 168040 172036 172040
Karte Überflutungstiefe:        164036 168032 168036 168040 172036 172040

Weiterführende Informationen und Links

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