Gewässer und Boden

Unser Quellenlandkreis mit seinen Quellen, Flüssen und Seen ist eine wasserreiche Region im Einzugsgebiet von Donau, Neckar, Hochrhein und Oberrhein mit zirka 1.000 Kilometer Gewässern.  
Die Europäische Wasserscheide durchzieht den Schwarzwald-Baar-Kreis. Neben Donau und Neckar haben hier Elz, Gutach und Schiltach ihre Quelle. Die Böden im Kreis sind durch eine besondere Vielfalt geprägt. Auf engem Raum spiegeln sie die Formationen des süddeutschen Schichtstufenlandes wieder.

Es besteht die spannende und herausfordernde Aufgabe für einen nachhaltigen Ausgleich der vielfach konkurrierenden Nutzungen an Gewässern und Böden zu sorgen, das ökologische Gleichgewicht in den Gewässern und die Qualität der Böden zu bewahren oder wiederherzustellen. Die Gefahren des Wassers in Form von Hochwasser müssen im Blick behalten werden und der Schutz der Grundwasservorräte als Grundlage sauberen Trinkwassers muss gewährleistet sein.

Bodenschutz

Aufgabe des Bodenschutzes ist es, die Funktionen des Bodens nachhaltig zu sichern oder wiederherzustellen. Als untere Bodenschutz- und Altlastenbehörde sind wir für den Vollzug des Bundes- und Landesbodenschutzgesetzes einschließlich der darauf basierenden Rechtsverordnungen sowie darüber hinaus für Fragen des schonenden, sparsamen und haushälterischen Umgangs mit Boden und Fläche zuständig.

Das erfolgt insbesondere durch…

…vorsorgenden Bodenschutz:

  • fachtechnische Stellungnahmen zu Verfahren mit Flächeninanspruchnahme (Regional-, Flächennutzungs- und Bebauungspläne, Bau- und sonstige Genehmigungsvorhaben etc.)
  • fachliche Beratung, Bewertung und Überwachung von Geländeauffüllungen und anderen Bodenverwertungen
  • Hinwirkung auf sparsamen Umgang mit Fläche, z. B. durch Flächenrecycling

…nachsorgenden Bodenschutz:

  • Veranlassung von Bodenuntersuchungen zur Erkundung, Bewertung und Sicherung bzw. Sanierung von flächenhaften Bodenbelastungen (schädliche Bodenveränderungen)
  • Erfassung, Erhebung, Erkundung, Bewertung, Sanierung, Sicherung und Kontrolle von Altlasten und schädlichen Bodenveränderungen einschließlich Förderung
  • Bearbeitung von Unfällen mit wassergefährdenden Stoffen  

Weitere Informationen zum Thema Boden finden Sie hier:

Erdwärme

Aufgrund steigender Energiepreise verstärkt sich auch im Schwarzwald-Baar-Kreis das Interesse an alternativen Energiequellen. Zudem bewirkt die anhaltende Diskussion um den Klimawandel, umweltschonendere Energieträger zu suchen. Die Nutzung von oberflächennaher Geothermie (Erdwärme) stellt eine Möglichkeit dar, sein Gebäude kostensparend und umweltschonend zu beheizen. Allerdings ist die Nutzung von Erdwärme nicht überall im Schwarzwald-Baar-Kreis uneingeschränkt möglich.

In der vom Landratsamt herausgegebenen Erdwärmebroschüre haben wir die wichtigsten Informationen zusammengestellt. Diese können Sie hier herunterladen.

Flächenmanagement

Eine der größten Gefahren für den Boden stellt nach wie vor die hohe Flächeninanspruchnahme dar. Diese erreichte allein in Baden-Württemberg im Jahr 2012 einen Wert von 6,7 Hektar pro Tag; dies entspricht einer Fläche von etwa neun Fußballfeldern, die täglich neu bebaut wird!
Die Folgen der Flächeninanspruchnahme sind für den Boden gravierend. Die Umwandlung von Freiflächen in Siedlungs- und Verkehrsflächen führt zu einer teilweisen oder vollständigen Zerstörung des Bodens mit all seinen natürlichen Funktionen. Es kommt zur Zerschneidung von Landschaften, der Zerstörung von natürlichen Lebensräumen und zum Verlust von landwirtschaftlicher Nutzfläche. Diese Beeinträchtigungen sind nur schwer wieder umkehrbar.

Nähere Informationen zum Flächenmanagement erhalten Sie hier.

Flächeninanspruchnahme in Bad Dürrheim von 1951 bis heute

Flächeninanspruchnahme in Bad Dürrheim von 1951 bis heute

Gewässer

Unsere Gewässer sind wertvolle Lebens- und Erholungsräume. Sie sind wichtige Elemente der Biotopvernetzung und des Landschaftsbildes. Ziel ist der gute ökologische Zustand der Gewässer. Naturferne Gewässer müssen in diesem Zusammenhang in angemessenen Zeiträumen naturnah entwickelt werden. Die Arbeitspläne zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie und die vorhandenen Gewässerentwicklungspläne an zirka 300 Gewässerkilometer innerhalb des Kreises zeigen den Handlungsbedarf in diesem Bereich auf. Handlungsfelder in diesem Zusammenhang sind die Entwicklung naturnaher Gewässerrandstreifen, naturnaher Ufer- und Sohlstrukturen und die Herstellung der Durchgängigkeit für Fische und Kleinlebewesen.

Weitere Tätigkeitsfelder sind:

- Gewässerschauen
- Gewässernachbarschaft
- Gewässergüte
- Gewässerpädagogik

Grundwasser / Wasserversorgung

Grundwasser fließt für uns unsichtbar im Verborgenen. Es füllt die Bodenhohlräume unter der Erdoberfläche teilweise bis in größere Tiefen aus. Versickernde Niederschläge und zusickerndes Oberflächenwasser stauen sich über einer wasserundurchlässigen Schicht, der Grundwassersohle. Das Wasser fließt unterirdisch und tritt als Quelle oder in Seen und Flüssen wieder zu Tage.                         

Wollen Sie mehr darüber erfahren? - Klicken Sie hier.

Zu den Merkblättern und Formularen gelangen Sie hier.

Hochwasserschutz

Gewässer brauchen ihren Raum – natürlicher Wasserrückhalt in der Fläche, gepaart mit einem ökologisch ausgerichteten technischen Hochwasserschutz und einer aktiven Hochwasservorsorge ist die Strategie eines nachhaltigen Hochwasserschutzes.

Zum Erhalt natürlicher Rückhalteflächen werden Überschwemmungsgebiete durch Offenlage entsprechender Hochwassergefahrenkarten an zirka 250 Gewässerkilometern im Kreis ausgewiesen. Eine bauliche Entwicklung in diesen Bereichen ist nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. Weitere Informationen finden Sie hierzu unter Hochwasserinformationen. Technische Hochwasserschutzmaßnahmen wie das Hochwasserrückhaltebecken in Wolterdingen und verschiedene Hochwasserschutzmaßnahmen bei den Kommunen sind wichtige Bausteine des Hochwasserschutzes, doch aller technische Hochwasserschutz hat seine Grenzen.

Weitere Informationen rund um das Thema Hochwasser gibt es hier.

Wasserkraft

Im Schwarzwald-Baar-Kreis sind zirka 50 Wasserkraftanlagen in Betrieb. Sie gehören alle in die Kategorie der kleinen Wasserkraftwerke mit einer Gesamtleistung aller Anlagen von rund vier MW. Das Potential zusätzlicher Leistung aus Wasserkraft im Kreis ist eher gering. Das größte Potential liegt in der Modernisierung vorhandener Anlagen und vereinzelt bei der Erschließung bisher ungenutzter Abstürze. Neben der Modernisierung im Hinblick auf verbesserte Energiegewinnung werden bei den bestehenden Anlagen die Anforderungen im Zusammenhang mit der Wasserrahmenrichtlinie umgesetzt. Ziele sind die Durchwanderbarkeit der Wasserkraftanlagen für Fische und Kleinlebewesen und bei Ausleitungskraftwerken eine ausreichende Mindestwasserabgabe in das bestehende Mutterbett des Gewässers.

Wasserkraftinteressenten haben vor Einstieg in ein aufwändiges Wasserrechtsverfahren die Möglichkeit über eine Standortvoranfrage eine Tendenzaussage zur Genehmigungsfähigkeit des Projekts zu erhalten. Des Weiteren gibt es durch die „Förderung Kleine Wasserkraft“ des Landes Baden-Württemberg die Möglichkeit für die Erstellung von Konzeptstudien finanzielle Unterstützung zu erhalten. Ziel der Studien ist es Möglichkeiten der Leistungssteigerung aufzuzeigen und gleichzeitig die notwendigen ökologischen Verbesserungsmaßnahmen darzustellen. Das Förderprogramm bietet auch Beihilfen für die Fehlbedarfsfinanzierung bei der Realisierung von Projekten der kleinen Wasserkraft an. Momentan liegt die Fördermöglichkeit auf Eis – eine Weiterführung ist jedoch vorgesehen.

Eine Übersicht über die Wasserkraftstandorte im Schwarzwald-Baar-Kreis können Sie über unser Kreis-GIS aufrufen. (Anleitung: Wählen Sie "Wasserwirtschaft im Schwarzwald-Baar-Kreis", zoomen Sie sich hierzu das gewünschte Gebiet/ den gewünschten Ort her und aktivieren Sie über den "Layer" die Wasserkraftanlagen. Ggf. können Sie zur besseren Übersicht die übrigen Themen deaktivieren.)

Weitere Informationen:

Wasserrahmenrichtlinie

Ziel der im Jahr 2000 in Kraft getretenen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) der EU, die seit 2003 im Wasserhaushaltsgesetz des Bundes und im Wassergesetz des Landes umgesetzt ist, ist der gute ökologische und chemische Zustand der Gewässer.

Nach erfolgter Bestanderhebung der aktuellen Gewässersituation und Erarbeitung entsprechender Maßnahmenprogramme in den Jahren 2004 bis 2008 wurden die anstehenden Maßnahmen im Rahmen einer breit angelegten Öffentlichkeitsarbeit der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt und die Wasserwirtschaftsverwaltung im Land durch Beschluss des Landtages vom November 2009 mit der Umsetzung der Maßnahmen beauftragt. Im Schwarzwald-Baar-Kreis ist das Amt für Wasser- und Bodenschutz als zuständige untere Wasserbehörde für die Umsetzung verantwortlich. Die einzelnen Maßnahmen sind bis 2015 umzusetzen.

Bericht Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie im Schwarzwald-Baar-Kreis

Übersichtskarte der Maßnahmen im Schwarzwald-Baar-Kreis

Wasserschutzgebiete

Die Trinkwassergüte in unserem Landkreis bewegt sich auf einem hohen Niveau. 121 Wasserschutzgebiete (WSG) mit einer Gesamtfläche von etwa 203 Quadratkilometern (zirka 20 % der Kreisfläche) gewährleisten einen nachhaltigen Schutz der Trinkwasservorräte. Überwiegend kann die Wasserversorgung auf ortsnahe Grundwasservorräte zurückgreifen. Vereinzelt werden die Wasserversorgungen durch einen Anschluss an die Bodenseewasserversorgung unterstützt. 

Weitere Informationen gibt es hier.

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